Aufsätze | Jahrbuch 2000

Die Altkolonier in Paraguay
Hans Theodor Regier

Einführung

Auf Grund verschiedener Lebensformen und der jeweiligen kulturellen Entwicklung, kann man in Paraguay von fünf verschiedenen mennonitischen Gruppierungen sprechen. Es geht in diesem Zusammenhang nur um eine bessere Erfassung der einzelnen mennonitischen Gemeinschaften und um keinen Fall um eine qualitative Einschätzung der jeweiligen Gruppierungen.

In Paraguay zählt man rund 27.980 getaufte Mennoniten. Davon bilden ca. 9.160 getaufte Personen eine Gruppierung, die auf ziviler Ebene in der „Asociación de Colonias Mennonitas del Paraguay" (ACOMEPA) organisiert sind. In der ACOMEPA sind die Kolonien Fernheim, Friesland, Menno, Neuland und Volendam zusammengeschlossen. Eine Anpassung an die Umwelt im wirtschaftlichen, sozialen und auch kulturellen Bereich hat im gewissen Maß stattgefunden. Zu dieser Gruppe könnte man auch die Mennoniten von Asunción und Tres Palmas zählen. Die Kolonien Fernheim, Menno und Neuland sind im zentralen Chaco gelegen und die restlichen Siedlungen in Ostparaguay.

Die zweite Gruppierung stellen die sogenannten Altkolonier mit rund 4.150 getaufte Glieder dar. Die Kolonien sind Sommerfeld, Bergthal, Reinfeld, Rio Verde, Santa Clara, Nueva Durango und Manitoba. Die Siedlungen liegen über ganz Ostparaguay verstreut. Diese Gruppe von Mennoniten stechen wohl am meisten durch Form und Verhalten von der Umwelt ab.

Die konservativen amerikanischen Mennoniten bilden eine dritte Gruppe unter den Mennoniten in Paraguay und zählen rund 500 getaufte Glieder. Sie sind in den relativ kleinen Siedlungen Luz y Esperanza, Florida, Agua Azul und La Montaña wohnhaft. Unter ihnen befinden sich Elemente der amischen Kultur und in der zivilen Verwaltungsstruktur, im sprachlichen Bereich und in der Missionspraxis, unterscheiden sie sich deutlich von den anderen mennonitischen Gruppierungen. Die konservativen amerikanischen Mennoniten kamen von Süddeutschland und der Schweiz über die Vereinigten Staaten nach Paraguay.

In Paraguay zählt man 14.480 getaufte Mennoniten, die europäischen Ursprungs sind. Die gesamte Bevölkerung in den mennonitischen Kolonien beläuft sich auf 28.500 Personen. Hierzu muss klärend gesagt werden, dass die große Mehrheit der Mennoniten in Paraguay, die europäischen Ursprungs sind, die paraguayische Staatsangehörigkeit haben.

Die letzten beiden mennonitischen Gruppierungen setzen sich jeweils aus mennonitischen Paraguayer und Indianer zusammen. Die Gemeinden die sich aus paraguayischen Mennoniten zusammensetzen, zählen rund 5.000 Mitglieder. Die indianischen Gemeinschaften im Chaco haben rund 8.500 getaufte Mitglieder.

Im folgenden soll auf die sogenannten Altkolonier näher eingegangen werden. Neben einer geographischen Standortbeschreibung der jeweiligen Kolonien wird auch das Wesen dieser Mennoniten etwas unter die Lupe genommen. Die wohl größte Begrenzung für diese Arbeit ist die fehlende deutsche Literatur in diesem Bereich und die für in Paraguay schwer zugängliche englische Literatur zur Thematik. Für die Erarbeitung der Wesensmerkmale dieser Gemeinschaft werden in Zukunft weiterführende Untersuchungen in den jeweiligen Gemeinschaften unumgänglich sein.

Definition
Die sogenannten „Altkolonier" stellen eine der mennonitischen Gruppierungen in Paraguay dar. Die Bezeichnung „Altkolonier" kann man aus der Tatsache ableiten, dass die große Mehrheit der Mitglieder dieser Gemeinschaften, bzw. Kolonien, ursprünglich aus der ersten in Russland gegründeten Kolonie, d.h. "Altkolonie" stammen. Die erste in Russland von den Mennoniten gegründete Kolonie war Chortitza im Jahre 1789. Die „Altkolonier" werden auch als „traditionelle Mennoniten" bezeichnet. Diese Gruppe charakterisiert sich durch das Festhalten an überlieferte Lebensweisen und alten Ordnungen, mit dem festen Bestreben, keine Erneuerungen in der Gemeinde und Gemeinschaft einzuführen. Die ganze Struktur wird ständig und konstant von den Ältesten und Predigern der Gemeinde überwacht und geführt.

Die Siedlungen der „Altkolonier" in Ostparaguay

Den Ursprung der Altkolonier finden wir im niederländischen Raum, wo das Täufertum zu Beginn des 16. Jahrhunderts seinen Anfang nahm. Der Wanderweg führte weiter über Preußen nach Russland. Auf Grund der Erneuerungen und Entwicklungen auf dem kulturellen und geistlichen Gebiet und der Einführung des obligatorischen Forsteidienstes in Russland, der als Ersatzdienst für die allgemeine Wehrpflicht galt, siedelten ab 1874 rund 7.000 Mennoniten in Kanada an. (1) Davon waren etwa 3.000 Personen aus Bergthal, 2.100 aus Chortitza, 1.100 aus Fürstenland und 800 aus Borsenko. In Manitoba, Kanada, wurden die „Ost- und Westreserve", jeweils an den beiden Seiten des „Red River" besiedelt. (2) Hier blühten bald 65 mennonitische Dörfer. 1923 erfolgte noch einmal eine große Einwanderung von rund 20.000 Mennoniten aus Russland. Zahlenmäßig, aber auch auf wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Ebene, entwickelten sich die Mennoniten in Kanada äußerst schnell.

Im Jahre 1919 wurde in den mennonitischen Schulen Kanadas durch den zunehmenden britischen Nationalismus, die deutsche Sprache als Unterrichtssprache verboten. Um die deutsche Sprache und das eigene Schulsystem beibehalten zu können, wanderten von 1922 - 1926 rund 6.000 Mennoniten nach Mexiko aus und siedelten im Staate Chihuahua an. In mehr als 50 Dörfern fanden rund 11.000 Mennoniten in Mexiko eine neue Heimat. In den darauffolgenden Jahrzehnten zogen noch weitere Glieder aus der „Kleinen Gemeinde" aus Kanada hinzu. Der Lebensstil blieb für die meisten Mennoniten in Mexiko in vieler Hinsicht derselbe, wie er vor Jahren und Jahrhunderten in Kanada, Russland und Preußen gewesen war. Auf Grund des hohen Geburtenüberschusses und der Vorstellung, dass man am besten in geschlossenen Siedlungen die mennonitischen Traditionen und den Glauben ausleben könne, kam man in Mexiko bald in Landnot. Ein weiterer Umstand der hinzu kam, waren die vielen Spaltungen in der Gemeinde und Gemeinschaft, verursacht durch die verschiedenen Ansichten im religiösen Bereich. Dadurch wanderten dann ab den 70er Jahren mexikanische Mennoniten nach Paraguay aus und gründeten mehrere Kolonien, d.h. Rio Verde, Manitoba, Santa Clara und Nueva Durango in Ostparaguay. (3)

Eine andere Gruppe wanderte schon 1926/7 von Kanada nach Paraguay aus und gründete die Kolonie Menno im zentralen Chaco. Einige Jahrzehnte später, Ende der vierziger Jahre, gründeten mennonitische Einwanderer aus Kanada, die sogenannten „Sommerfelder", die Kolonien Sommerfeld und Bergthal.(4) Bei dieser Auswanderung spielte sehr stark der Umstand mit, dass die Mennoniten in Kanada in beiden Weltkriegen unter Druck gesetzt wurden, die jungen Männer für den Militärdienst zur Verfügung zu stellen. Nicht immer war mit einem Ersatzdienst der Wehrpflicht Genüge getan. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges, kam dann die Auswanderung nach Mexiko bzw. Paraguay zustande.(5)

Die Siedlungen der Altkolonier in Paraguay sind:

Sommerfeld
Sommerfeld wurde im Departament Caaguazú, etwa 213 km von Asunción entfernt, von Einwanderen aus Kanada gegründet. Der größte Teil der Einwanderer kam aus Manitoba, d.h. aus der Ostreserve 740, der Westreserve 764 und aus Saskatchewan 140 Personen.(6) Die Einwanderer aus der Ostreserve waren aus der Chortitzer Gemeinde, die aus der Westreserve aus der Sommerfelder Gemeinde und aus Saskatchewan aus der Bergthaler Gemeinde.(7) Alle gehörten zu der Gruppe der Mennoniten, die 1874 von Russland nach Kanada übergesiedelt waren. Nach der Urbarmachung der Prärien Kanadas, entschloss man sich, nach 75 jährigem Aufenthalt, wieder den Wanderstab zu ergreifen.(8)

Unter den schwersten Bedingungen wurden ab 1948, 44.000 ha Land besiedelt. Auf Grund der anfänglichen Schwierigkeiten kehrte ungefähr ein Drittel der Siedler wieder zurück nach Kanada. Doch mit Hilfe einer gemeinsamen Kasse überbrückte der Rest der Einwanderer die Reise und die anfänglichen Schwierigkeiten. Der wirtschaftliche Aufschwung kam mit dem Bau der Fernstraße von Asunción nach Ciudad del Este und dem dadurch ermöglichten Holzhandel und später mit dem Anbau von Weizen und Soja. Bald nach der Ansiedlung wurde ein Krankenhaus für erste Hilfe, kleine Operationen und Geburten geführt. Auch hatte die Kolonie eine Krankenversicherungskasse. Diakone in der Gemeinde waren beauftragt, danach zu sehen, dass niemand in der Kolonie materielle Not leide.(9)

Heute wohnen in der Kolonie Sommerfeld 444 Familien, d.h. 2.612 Personen. 1.010 Personen sind getaufte Gemeindeglieder.(10)

Bergthal
Die Geschichte der Kolonie Bergthal entwickelte sich weitgehend identisch mit der von Sommerfeld. Die Einwanderer kamen auch aus Kanada, d.h. von der sogenannten Ostreserve, ursprünglich etwa 764 Personen, und gründeten gegenüber der Siedlung Sommerfeld die Kolonie Bergthal.(11) Die meisten Ansiedler waren aus der Chortitzer Gemeinde in der Steinbachgegend. Die Ansiedler dieser Gemeinschaft gehörten zu der ärmeren Gruppe ihrer Gemeinschaft, und im Laufe der Jahre entwickelte sich der wirtschaftliche Aufschwung auch etwas langsamer. Außerdem wurde in Bergthal die Trennung von der „Welt" stärker betont als in Sommerfeld.(12)

Da auf dem bäuerlichen Hof alle Arbeiten im Rahmen der Familie verrichtet wurden, hatte man auch seit der Ansiedlung keine paraguayischen Arbeiter angestellt. Für die heranwachsende Generation wurde der zunehmende Landmangel ein Problem. Daraufhin gründete 1995 die Kolonie Bergthal etwa 30 km südlich von Sommerfeld die Tochterkolonie Neu-Bergthal.

Heute wohnen in der Kolonie Bergthal 460 Familien, d.h. 2.098 Personen. 867 Personen sind getaufte Gemeindeglieder.

Reinfeld
Im Jahre 1966 gründeten Bürger aus der Kolonie Bergthal und Sommerfeld eine neue Siedlung in der Nähe von San Ignacio im Süden Paraguays. Durch den starken wirtschaftlichen Aufschwung in den Siedlungen Sommerfeld und Bergthal sahen sie ihre Tradition und Glauben gefährdet. Auch der Landmangel war ein Grund zur Abwanderung. Weiter lehnten sie den Traktor für die Bearbeitung des Bodens und Autos als Fahrzeuge ab. Es wurden Pferdepflug und Buggys benutzt. Erst in den letzten Jahren beschlossen die geistlichen Führer, dass man den Traktor für die landwirtschaftliche Bearbeitung gebrauchen darf.

Heute wohnen in der Kolonie Reinfeld 28 Familien, d.h. 146 Personen. 65 Personen sind getaufte Gemeindeglieder.

Rio Verde
Im Departament San Pedro an der Ruta III „General Aquino", etwa 350 km von der Landeshauptstadt Asunción entfernt, gründeten mexikanische Siedler die Kolonie Rio Verde. Für die Siedlung Rio Verde wurden ursprünglich etwa 20.526 ha Land erworben, und Privatpersonen kauften zusätzlich an der anderen Seite der Ruta 6.000 ha. Land, das sich „Nueva Mexico" nannte. In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde der Name Rio Verde auf beide Siedlungen angewandt. Die ersten Ansiedler, etwa 106 Personen, kamen 1969 in Paraguay an. Im Laufe der darauffolgenden Jahre kamen immer mehr Familien aus Mexiko, einige Familien auch aus Britisch Honduras (Belize) und Kanada hinzu. Es wurden 18 Dörfer gegründet, aber nicht alle besiedelt. Viele Hofstellen wurden von besorgten Eltern für ihre Kinder von Mexiko her gekauft. Die Dörfer konnten gleich zu Beginn der Ansiedlung in gleichmäßiger Form angelegt werden.

Die Ansiedlung war im Vergleich zu den anderen Gründungen relativ leicht. Nur das Wetter machte den Ansiedlern viel zu schaffen. Hunderte wanderten wieder entmutigt zurück nach Mexiko. Durch die quantitative Erweiterung der Landwirtschaft verbesserte sich auch später die wirtschaftliche Lage. Der Gebrauch von Autos und Motorrädern war verboten, aber das Land wurde in mechanisierter Form bearbeitet. Später wurde auf Grund von Privatinitiative eine Kooperative gegründet, die aber nicht mehr existiert. Auch mehrere kleine Milchfabriken wurden eingerichtet. In mehreren Schmieden, Sägereien, Tischlereien und Läden ist fast alles für den alltäglichen Gebrauch erhältlich.(13)

Heute wohnen in der Kolonie Rio Verde rund 500 Familien, d.h. 3.045 Personen. 1.263 Personen sind getaufte Gemeindeglieder. Damit ist Rio Verde die größte mennonitische Ansiedlung in Ostparaguay.

Santa Clara
Santa Clara wurde 25 km nördlich von Rio Verde auch im Departament San Pedro gegründet. Alle Familien kommen aus der Kolonie Santa Clara in Mexiko, ebenfalls im Staate Chihuahua. Gründe der Auswanderung waren Sozialreformen der mexikanischen Regierung. Vielen Viehzüchtern und Großgrundbesitzern wurde Land enteignet und an landlose Mexikaner verteilt. Einige hielten nur noch ihre Häuser. Vierzig Familien wanderten aus Mexiko aus, aber der paraguayische Urwald schreckte wieder viele ab, so dass nur 21 Familien die Ansiedlungsphase durchhielten. Wirtschaftlich kam man schnell voran, da man aus Mexiko Geld mitgebracht hatte. Mehrere hundert Hektar Land wurden gerodet und die wichtigsten Anbaukulturen waren Soja, Bohnen und Weizen. Vieh- und Milchwirtschaft gab es nur für den eigenen Verbrauch.

Die Ansiedler gehörten zu der „Sommerfelder Gemeinde," die sich in der Form deutlich von der „Reinländer Gemeinde" in den Nachbarkolonien Rio Verde und Manitoba unterschied. Die Kleidertracht war nicht so einförmig wie in der Nachbarkolonie Rio Verde, und motorisierte Verkehrsmittel sind erlaubt. Diese Tatsache ist mit ein Grund dafür, dass mit der Nachbarkolonie Rio Verde wenig Beziehungen gepflegt werden.

Heute wohnen in der Kolonie Santa Clara 57 Familien, d.h. 290 Personen. 124 Personen sind getaufte Gemeindeglieder.

Nueva Durango
Die Siedlung wurde 40 km nördlich von Curuguaty im Departament Canendiyú gegründet. Die ersten Siedler dieser Kolonie verließen Mexiko am Ende des Jahres 1978 und suchten im fast undurchdringlichen Urwald in Ostparaguay ihre neue Heimat. Die Einwanderer waren vorwiegend Altkolonier aus dem Staate Durango, Mexiko. Anfänglich wurden 7.500 ha Land gekauft. Bei ihrer Ansiedlung bekamen sie vom damals amtierenden Staatspräsidenten Alfredo Stroessner die Zusage, dass die Privilegien auch für sie Gültigkeit hätten. Der Urwald musste bald Weizen- und Sojafeldern weichen. Erstaunlich schnell entstanden planmäßig angelegte Dörfer. Gummireifen waren an allen motorbetriebenen Fahrzeugen verboten, nicht aber an Pferdefahrzeugen.

Heute wohnen in der Kolonie Nueva Durango 285 Familien, d.h. 1.850 Personen. Rund 600 Personen sind getaufte Gemeindeglieder. Im Jahre 1994 zählte Nueva Durango rund 3.050 Einwohner. Doch durch verschiedene Erneuerungen, wie z. B. die Installierung des elektrischen Stromes, usw. setzte im erwähnten Jahr eine große Abwanderung nach Bolivien ein, und fast die Hälfte der Kolonie wanderte aus.

Campo Alto
Diese Gruppe siedelte 1980 im Departament Canendiyú an. Sie kamen ursprünglich aus Mexiko, hatten aber in Belize Zwischenstation gemacht. Man war nach Paraguay ausgewandert, weil die unruhigen innenpolitischen Verhältnisse in Belize sie in Bedrängnis brachten. Durch die Sonderform der Gemeinde sonderten sie sich auch in Paraguay ganz von den anderen Kolonien und Gemeinden ab. Doch Ende 1994 wanderte diese Gruppe in geschlossener Form nach Santiago del Estero in Argentinien aus. Sie zählten 55 Personen, davon 23 Gemeindeglieder.

Manitoba
Manitoba wurde im Jahre 1983 im Departament San Pedro von einer kleinen Einwanderergruppe aus Mexiko gegründet, die zur selben Gemeinde wie die Gruppe von Rio Verde gehörten.(14) Die Gründer kamen auch aus dem Staate Chihuahua in Mexiko.

Heute wohnen in der Kolonie Manitoba 118 Familien, d.h. 588 Personen. 239 Personen sind getaufte Gemeindeglieder.

Wesen und Gestalt der Altkolonier

Wenn man das Wesen und die Lebensformen der sogenannten „Altkolonier" in Paraguay etwas näher analysieren will, muss man davon ausgehen, dass sich die jeweiligen Siedlungen voneinander unterscheiden. Obwohl die meisten Bewohner ursprünglich von der zuerst gegründeten Kolonie, d.h. der Altkolonie in Russland abstammen, hat doch der Einfluss der Umwelt und die „Standhaftigkeit" der jeweiligen Führer die verschiedenen Gruppen unterschiedlich beeinflusst. Aus diesem Grund könnte man in Paraguay zwei größere Gruppierungen der Altkoloniersiedlungen sehen. Die Differenzierung, die hier gemacht wird, beruht auf der Herkunft der Einwanderer.

Einmal sind die Mennoniten zu nennen, die direkt aus Kanada eingewandert sind, nämlich die Bewohner von Sommerfeld, Bergthal und der Tochterkolonie Reinfeld. Die zweite Gruppe sind die Mennoniten, die von Kanada über Mexiko nach Paraguay eingewandert sind: die Bewohner von Rio Verde, Santa Clara, Nueva Durango und Manitoba. Bei beiden Gruppen hat aber die Gemeindezugehörigkeit mit ihrer jeweiligen Art in der ursprünglichen Heimat die heutige Lebensform der Altkolonier stark beeinflusst. In allen Fällen ist wohl festzustellen, dass bei den Abwanderungen immer jeweils die Gruppen den Wanderstab ergriffen, die eine konservativere Einstellung hatten und den negativen Einfluss der „Welt" befürchteten. In einigen Fällen bildete der Umstand, dass man sich in Landnot befand, einen weiteren Grund.

In den Siedlungen der Altkolonier gibt es seit mindestens einem Jahrzehnt auch immer wieder Versuche, im geistlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich Erneuerungen einzuführen. In den meisten Fällen hatten diese ihren Ursprung in den eigenen Kreisen, in anderen Fällen wurden sie aber auch stark von außen unterstützt. In der Kolonie Sommerfeld wurde 1994 in einem relativ friedlichen Prozess eine neue Gemeinde gegründet.(15) In den Kolonien Bergthal und Rio Verde, in denen auch Erneuerungsversuche stattfanden, lief dieser Prozess nicht so friedlich ab. In einigen Fällen kam es sogar zu Eingriffen der paraguayischen Justiz, um gewisse Missstände unter den Beteiligten zu lösen.(16)

In diesem Zusammenhang muss auch in Betracht gezogen werden, aus welcher Perspektive die Lebensweise der Altkolonier in Paraguay näher analysiert wird. In den jeweiligen Gemeinschaften wurden über Generationen und Jahrhunderte hinweg Lebensformen vermittelt, die in vielen Fällen wenig von der Umwelt beeinflusst wurden. Daher treffen zwei vollkommen verschiedene Weltanschauungen aufeinander, wenn sich Außenseiter und Mitglieder dieser Gemeinschaften treffen. Hier bildet die Toleranz eine wichtige Grundlage für ein gegenseitiges Verständnis.

Gemeinden

Bei den Altkoloniern ist die Gemeinde wohl das tragende Element im Gemeinschaftsleben. Die Gemeinde besteht aus getauften Gliedern, Diakonen, Predigern und Ältesten. Die Prediger werden als „Lehrer" bezeichnet und die Person, die in der Schule unterrichtet, nennt man Schullehrer. Ein Ältester kann nur von einem anderen Ältesten eingesegnet werden. Dieser hat den stärksten Einfluß im Rahmen des ganzen Siedlungsgeschehens. Nur er ist befähigt, Taufhandlungen und die Austeilung des Abendmahles durchzuführen. Der Lehrstand, der sich aus ihm, dem Diakon und den Predigern zusammensetzt, schafft die Grundlage für die bestehende Gemeinde- und Gemeinschaftsstruktur. Jeden Donnerstag versammelt sich der Lehrstand, um anfallende Fragen der Gemeinde zu behandeln. Auf der Tagesordnung stehen sehr oft Disziplinfragen.

In den Siedlungen der Altkolonier steht die kirchliche Macht über der zivilen Verwaltungsstruktur. So werden z.B. in Rio Verde für die zivile Verwaltungsarbeit, zwei „Vorsteher"(17) für eine Amtsperiode von einem Jahr gewählt. Diese zwei Vorsteher führen ihr Amt jeweils in einem rotierenden Turnus von zwei Jahren aus. Die Anzahl und der Wahlmodus der Vorsteher sind in den jeweiligen Kolonien unterschiedlich. Grundeinheit der Kolonieverwaltung ist das Dorf. Der Dorfvorsteher wird lokal gewählt und macht sich für die zivile Verwaltungsarbeit im Dorf verantwortlich. Wenn es aber erst um entscheidende Dinge geht, gilt als letzte Instanz immer noch das Wort des Ältesten. Die Gemeinde- und Gemeinschaftsstruktur ist so aufgebaut, dass die geistlichen Führer unantastbar sind. Die gewünschte Haltung der Gemeindeglieder dem Ältesten gegenüber ist blindes Vertrauen und bedingungsloser Gehorsam. Die genannte Tatsache basiert auf dem Argument, dass Kritik an geistlichen Führern, in direkter Form Kritik an Gott ist.(18) Sawatzky stellt fest: „Die Stellungnahme der Altkolonisten zu Wandlungen des Zeitgeistes in bezug auf zeitliche sowie geistliche Aspekte ist einfach und unerbittlich. Was einmal von der Bruderschaft vereinbart und mit Gebet beschlossen ist, konstituiert ein feierlich abgelegtes Gelöbnis, das weder widerrufen noch geändert werden kann."(19) Auch Paulus hat gelehrt, dass man bei dem bleiben soll, was man gelernt hat.

Dieses „Machtspiel" der Ältesten hat wahrscheinlich tiefe Wurzeln, die bis nach Russland und noch weiter zurück führen. Da man seit Beginn der Gründung der Kolonie Chortitza in Russland die Thematik der Leiterschaft im geistlichen und zivilen Bereich nicht endgültig definieren konnte, gingen die Gruppen, die ab 1874 nach Kanada auswanderten, wohl von der Tatsache aus, diesem Problem ein Ende setzen müssen zu. So wurde die Leiterschaft der Gemeinschaft ganz von den geistlichen Führern übernommen. Theoretisch ist die „Bruderschaft", die sich aus den getauften Männern der Gemeinde zusammensetzt, die höchste Instanz in der Gemeinde. Die Entscheidungen, die auf der Bruderschaft getroffen werden, sollen auch für den Ältesten und den Lehrdienst bindend sein.(20)

Die Taufe wird einmal jährlich durchgeführt. Der vorhergehende Taufunterricht wird zwischen Ostern und Pfingsten für die Jugendlichen im entsprechenden Alter erteilt. Meist handelt es sich hier um Jugendliche im Alter von 18 - 20 Jahren. Am dritten Sonntag nach Ostern bleiben die Väter der Jugendlichen, die getauft werden sollen, nach dem Gottesdienst zurück, und es wird eine kurze Predigt gebracht. Danach werden die Namen der Taufkanditaten bekannt gegeben. Am darauffolgenden Sonntag wiederholt sich der Vorgang mit dem Unterschied, dass die jeweiligen Väter einen Zeugen mitbringen, den sich der Taufkanditat gewählt hat. Diese Person bezeugt, dass die Einstellung des Kandidaten ernst gemeint ist. Der fünfte Sonntag nach Ostern ist der erste Prüftag der Taufkandidaten, an dem der erste Teil der Fragen und Antworten des Katechismus auswendig aufgesagt werden muss, die zweite Hälfte erfolgt am Himmelfahrtstag. Den Katechismus müssen die Taufkanditen vor der Taufe auswendig lernen. Der bei den Altkoloniern gebräuchliche Katechismus ist vom Jahre 1783 aus Elbing in Preußen.(21) Am letzten Sonntag vor Pfingsten prüft man die Taufkandidaten, und am ersten Pfingstfeiertag erfolgt die Taufe durch Begießen und die Aufnahme in die Gemeinde. Die Jugend nimmt ihren Weg in die Gemeinde durch den Katechismusunterricht. Dadurch wird die Integrität der Gemeinschaft bewahrt. Gemeindezugehörigkeit und Koloniesbürgschaft decken sich dadurch fast lückenlos.(22)

Jugendliche, die vor der Taufe sexuellen Verkehr gehabt haben, fallen beim Taufakt durch unterschiedliche Kleidungsart auf.(23)

Das geistliche Leben geht oft über den rituellen kirchlichen Vorgang am Sonntag nicht hinaus. Der Besuch des Gottesdienstes am Sonntag ist heilig. Mit Gebet, Liedern und Predigt wird der Gottesdienst gefeiert. Sonntagsschule, Jugendstunde, Bibelkreise usw. außerhalb des Gottesdienstes finden nicht statt. Der Gemeindegesang wird von Vorsängern angeleitet. Für Außenstehende ist diese Art von Gesang ganz unverständlich.

Durch die bestehende, in jeder Lokalgemeinde selbst festgelegte Gemeindestruktur kann es in der Gemeinschaft leicht zu Spaltungen kommen. Weiter ist die Gemeinde auch der Ort, wo Fehlverhalten der einzelnen Gemeindemitglieder, die im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und geistlichen Bereich unterlaufen sind, bestraft werden. Die Gemeindezucht wird konsequent durchgeführt. Wenn ein Fehltritt aus dem von der Gemeinde vorgeschriebenen Rahmen erfolgt ist, wird die betreffende Person ermahnt. Diese Arbeit übernimmt in einigen Gemeinschaften der „Kroaga".(24) Wenn die Gespräche zu keinem Erfolg führen, wird der Schuldige „zum Donnerstag" vor den Lehrstand gebeten, wo er sich verteidigen muss. Wenn alle Ermahnungen nichts nützen, wird die betreffende Person von der Bruderschaft am Sonntag nach dem Gottesdienst durch „Bann" und „Meidung" von der Gemeinschaft isoliert. Im Volksmund spricht man davon, dass der Gebannte „losjemogt" ist, d.h. er ist „losgemacht" von den Privilegien der Gemeinschaft. Der Gebannte muss in aller Hinsicht gemieden werden, sei es bei der Tischgemeinschaft sowie auch in den wirtschaftlichen und zivilen Beziehungen. Dieser Prozeß soll dazu dienen, dass der Schuldige zur Einsicht kommt. Nach einer Umkehr vom „sündigen Weg" sind die Türen in der Gemeinde immer offen.(25)

Die Essenz des Glaubens ist nicht eine lebensfrohe Einstellung Gott gegenüber, der alle Freiheit gegeben hat, ihm nachzufolgen, vielmehr wird eine von der Tradition geprägte, bedingungslose und den Gemeinderegeln unterworfene Nachfolge gepredigt. Wem dieses Konzept zu eng ist, der wird immer wieder unter Druck gesetzt, um ihn zur Umkehr auf den „richtigen Weg" hin zu zwingen. Ein sehr beliebter und viel gebrauchter Ausspruch lautet: „Wie han daut emma soo jehaut, in so saul daut uck bliewen".(26)

Die Theologie der Altkolonier geht davon aus, dass die Gemeinde die Autorität hat, über Punkte wie Kleidung, Nutzung der Technologie, Lebensstil usw. der einzelnen Gemeindeglieder zu entscheiden. Tradition steht an oberster Stelle und bestimmt die Bibelauslegung. Als größter Feind gilt die „Welt". Aus diesem Grund hat die Gemeinde das Recht und die Pflicht, dem Gemeindeglied den Weg und den Lebensstil aufzuzeigen, um der Weltlichkeit vorzubeugen. Das christliche Zeugnis besteht darin, zu zeigen, dass man von der Welt abgesondert leben kann.(27) Für die Lebensstrecke in dieser Welt aber gelten bei den Altkoloniern Arbeitsamkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen als oberste Werte. Immer wieder wird von der Kanzel betont, dass diese Werte unentbehrlich für das Zusammenleben auf dieser Erde sind. Wer nicht arbeiten will, wird als „Heide" betrachtet. Auch wird eine starke Leidenstheologie gepredigt. Obwohl man auch immer wieder gelassene und zufriedene Menschen findet, gibt es verhältnismäßig viele emotional gestörte und depressive Personen, weil Leiden als eine aufgezwungene Tatsache gelehrt und empfunden wird.

Andererseits betont die Theologie der Altkolonier auch die Gastfreundschaft. Sie sind tatsächlich sehr gastfreundlich, und bei plötzlichem Unglück wird die Anteilnahme betont und gepflegt. Auch der Besuch von kranken Personen wird ernst genommen.

Der Begriff vom „persönlichen Verhältnis" mit Jesus Christus, wie er in anderen Kreisen gebraucht wird, existiert bei den Altkoloniern so nicht. In den neuen Gemeinden einiger Kolonien wie Sommerfeld, Bergthal und Rio Verde sucht man in dieser Hinsicht einen neuen Weg. Es stellt sich die Frage, ob man auf dieser Grundlage im biblischen Sinn gerettet werden kann. Im Verständnis der Altkolonier hat das einzelne Gemeindeglied keine Heilsgewissheit. Ein Gotteskind kann laut ihrer Überzeugung nur bis zum letzten Atemzug beten und hoffen, dass es gerettet wird.(28) Argumentiert wird, dass man es sich nicht wagen kann zu behaupten, gerettet zu sein. Einerseits wird öffentlich diese alles bestimmende Lehre gepredigt, und anderseits beobachtet man doch viele Personen die eine innere Unruhe der bestehenden Situation gegenüber zeigen.

Verhältnis zur „Welt"

Der Begriff „Welt" beinhaltet für die Altkolonier alles, was sich nicht im Gemeinschaftsrahmen befindet, und damit alles Gottesfeindiche. Da man diese Erde nur als ein Durchgangslager für das nach dem Leben folgende Geschehen sieht, steht man ihr mit einer eher feindlichen und defensiven Haltung gegenüber. Mit einer sehr kritischen Haltung werden Elemente aus der „Welt" in den Kontext der Gemeinschaft integriert, sei es im wirtschaftlichen oder kulturellen Bereich. So wurde in einer Kolonie, nachdem der Älteste selber mehrere Pferde bei der Reisproduktion verloren hatte, ein alter Beschluss aufgelöst und die mechanische Bearbeitung des Bodens zugelassen.

Die Absonderung von der „Welt" soll dazu beitragen, dass man sich möglichst vor deren negativen Einflüssen schützt. Diese konservative Lebenshaltung ist sehr eng verbunden mit dem Gemeindeverständnis. Der Grundsatz ist eine schlichte und demütige Lebensform. Ständig steht ihnen die Warnung vor einer Gleichstellung mit der Welt vor Augen. Aus diesen Umständen hat sich eine Lebensart entwickelt, die die ganze Gruppe homogen erscheinen lässt. Andererseits hat der wirtschaftliche Fortschritt, wie z.B. in den Kolonien Sommerfeld und Bergthal, auch eine gewisse Öffnung mit sich gebracht. Der Reichtum drückt sich aber mehr in der Anhäufung von Kapital und Besitz aus, wie z.B. Ländereien, Fahrzeuge usw. nicht aber in einem luxuriösen Leben. Die Aufforderung, die Entbehrungen des Lebens auf sich zu nehmen sowie auch Gott und seinen Dienern den nötigen Gehorsam zu leisten, wird oft mit Bibelversen aus dem Neuen Testament belegt. Ansonsten vergleicht man sich gerne mit dem Volk Israel. Der Vergleich mit dem Volke Israel ist besonders beliebt, da dieses Volk im Laufe seiner Geschichte auch viele Demütigungen, Entbehrungen und viel Unverständnis von Seiten der Umwelt erleben musste. Auch die vielen Wanderungen des Volkes Israel passen ausgezeichnet ins Konzept. Belegt werden diese Gedanken oft mit den Psalmworten. Die biblischen Belege für die Stärke und Weisheit Gottes und in indirekter Form auch der Ältesten werden aus dem Alten Testament angeführt, z.B. aus Mose, Hiob und Salomo.(29) In den wenigen Schriften, die diese Themen behandeln, findet man selten Anführungen aus den Evangelien. Für Predigten werden hauptsächlich Aussprüche des Alten Testamentes verwendet, und für die konkrete Lebensweise dienen aus dem Kontext entfernte Aussagen des Neuen Testamentes. Vielleicht sind die Passagen aus dem Alten Testament bei den Altkoloniern auch so beliebt, weil sie leichter zu lesen sind für Personen, die intellektuell nicht so angeregt wurden.

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Mennoniten kanadischen Ursprungs, d.h. aus Sommerfeld und Bergthal, eine weniger konservative Einstellung zur Welt haben. Die Mennoniten mexikanischen Ursprungs dagegen haben in dieser Hinsicht eine radikalere Haltung. In der Kolonie Sommerfeld besteht jeweils in wirtschaftlicher und administrativer Hinsicht eine Zusammenarbeit, d.h. Kooperative, Krankenhaus, Altenheim, Sportaktivitäten werden gemeinschaftlich organisiert, die Kleidung ist nicht so einförmig wie bei den mexikanischen Mennoniten usw. Nur das Gemeinde- und Schulkonzept ist in fast allen Gemeinschaften unverändert geblieben.

Bei den Mennoniten mexikanischen Ursprungs ist die Absonderung von der Welt in noch radikalerer Form spürbar. Die mechanisierte Bodenbearbeitung ist zwar erlaubt, aber im Fall von Nueva Durango werden die Reifen der Traktoren z.B. durch Eisenräder ersetzt, um dem Einfluss der Welt zu widerstehen. Motorisierte Fahrzeuge für den Transport von Personen sind verboten, dazu steht der Buggy(30), von Pferden gezogen, zur Verfügung. Ein Bart wird von den Altkoloniern nicht getragen. Die Kleidung ist für alle Mitglieder der Kolonie einförmig. Die männlichen Personen haben eine Latzhose, in grünlichem oder bläulichem Ton, ein Hemd, und in den meisten Fällen einen Cowboyhut, der aus der mexikanischen Kultur übernommen wurde. Die weiblichen Personen bekleiden sich mit einem langen, dunklen Kleid mit langen Ärmeln und einer Kopfbedeckung, je nach zivilem Stand. Das schlicht gescheitelte Haar ist immer mit einem Kopftuch bedeckt. Am Sonntag tragen die Frauen einheitlich dunkle Kleider, und wenn sie verheiratet sind, eine kunstvoll hergestellte schwarze Haube. Die einförmige Kleidung soll auf Demut und Gleichheit vor Gott hinweisen. Diese Kleidung ist für ein Land mit feuchtheißem Klima wie Paraguay etwas unpraktisch. Eine Ausnahme bildet hier die Kolonie Santa Clara, die in dieser Hinsicht offener ist.

Der Konsum von alkoholischen Getränken steht bei den Altkoloniern nicht im Widerspruch zum Glaubensleben. Dies ist ein weiterer Beweis für die Originalität der von Russland übertragenen Lebensformen, denn in Russland waren die Mennoniten bekannt für ihre Brauereien. In den Kolonien in Ostparaguay wird zwar kein Bier gebraut, wohl aber ohne Schuldgefühle konsumiert. Doch gegen den Alkoholmissbrauch wird stark gepredigt.

Eine große Herausforderung war für die Altkolonier auch die Einführung des elektrischen Stromes in den Haushalten. In Nueva Durango wanderte z.B. 1994 fast die Hälfte der Bewohner nach Bolivien aus, als der elektrische Strom in der Kolonie installiert wurde, wenn auch behauptet wurde, dass dies nur der letzte Tropfen gewesen sei, der das Gefäß zum Überlaufen brachte. So gibt es auch heute noch in der genannten Kolonie Höfe, wo im Haus der älteren Generation noch kein elektrischer Strom eingerichtet ist, wohl aber im Haus des Sohnes auf demselben Hof. Die große Mehrheit der Altkolonier in Paraguay benutzt heute wohl den elektrischen Strom. Der Gebrauch von Radio, Telefon und Fernsehen ist bei den Altkoloniern mexikanischen Ursprungs ganz verboten.

Eine weitere stark ausgeprägte Eigenart der Altkolonier ist, dass sie von allen Außenstehenden in Ruhe gelassen werden wollen. So lassen sie auch andere religiöse und kulturelle Gemeinschaften in Ruhe. Kurzer Gastbesuch wird voll akzeptiert, doch sie wünschen nicht, dass jemand kommt, um sie zu studieren und noch viel weniger, um sie zu verändern. Um das „Seelenheil" der eigenen Leute wird hart gerungen, aber für die „Auswärtigen" empfindet man keinen Missionsauftrag.

Erziehung

Der Erziehungsbereich ist für die Mennoniten und auch für die Altkolonier ein wichtiges Element, um die Grundlagen der Tradition, des allgemeinen Wissens und des Glaubens, von Generation zu Generation weiter zu geben. Die unbehinderte Erziehungsarbeit war immer eine der Forderungen, wenn es darum ging, Privilegien für eine neue Heimat auszuhandeln. Man ging davon aus, dass die Umwelt und besonders auch der Staat keinen Einfluss auf den Prozess der Erziehung haben durfte. In deutscher Sprache wollte man die Glaubensprinzipien und die traditionellen Formen des Gemeinschaftslebens sowie auch das für notwendig angesehene Wissen mit Hilfe eines eigenen Schulsystems an die Kinder weiter vermitteln. Der ganze Erziehungsbereich steht bei den Altkoloniern unter der Aufsicht des Lehrdienstes.

Die akademischen Anforderungen an den Lehrer sind im Normalfall nicht hoch. Wichtig ist, dass er einigermaßen gut lesen kann, was aber nicht heißt, dass er sein Amt nicht mit viel Fleiß und Ausdauer ausübt. An erster Stelle steht nicht die Vermittlung von Wissen, sondern das Vermitteln von Werten wie Disziplin, Ordnung und Gehorsam. Der Unterrichtsstoff wird mit Hilfe eines Frontalunterrichtes erteilt. Freie Meinungsäußerungen, eigene Überlegungen und Konversation im Unterricht passen nicht ins Erziehungskonzept. Die offizielle Unterrichtssprache in den Schulen der Altkolonier ist deutsch. Die mündliche Kommunikation läuft aber hauptsächlich in plattdeutscher Sprache ab. Die spanische Landessprache gehört nicht zum Schulprogramm. Nur in Schule und Kirche macht man Gebrauch von der deutschen Sprache. Die allgemeine Umgangssprache ist Plattdeutsch.

Der Unterricht wird in den jeweiligen Dorfschulen erteilt. Alle Schüler sitzen in einem Raum, und die Sitzordnung ist je nach Alter und Leistung aufgeteilt. Meistens sitzen ganz vorne beim Lehrer die besten und ältesten Schüler. Die Klasse wird je nach Alter und Leistung in „Fibler", „Katechismer" „Testamentler" und „Bibler" aufgeteilt. Unterrichtsmaterialien sind kleine Buchstabierbüchlein, der Katechismus, das Neue Testament, die Bibel und das Gesangbuch. In einigen Kolonien, wie z.B. Rio Verde, wird neuerdings auch anderes Übungsmaterial hinzugezogen, z. B. die Materialien von Richard Lange für den Deutschunterricht. Die Bücher werden in Druckereien in den eigenen Kolonien hergestellt, d.h. kopiert und eingebunden. Die altdeutsche, bzw. gotische Schrift, ist noch immer die bevorzugte Schreibweise. Die Schüler lernen Lesen, Schreiben und Gebete, Sprüche und Lieder auswendig. Auch gibt es eine elementare Einführung in die verschiedenen Rechnungsarten.(31)

In allen Siedlungen der Altkolonier besuchen die Jungen sieben Jahre die Schule und die Mädchen jeweils nur sechs Jahre. Das Schuljahr wird in zwei Etappen aufgeteilt. Die erste Etappe läuft um die Mitte des Jahres etwa fünf Monate, und die zweite Etappe ist die sogenannte „Weihnachtsschule". Mit einigen wenigen Ausnahmen, wie z.B. eine kleine Schule in Bergthal und die Schule der neugegründeten Gemeinde in Sommerfeld, ist keine der Schulen der Altkolonier in Paraguay vom Erziehungsministerium anerkannt. Man beruft sich immer noch fest auf das Privileg 514, wonach die Mennoniten in Paraguay das Recht haben, ihre Erziehungsarbeit selbständig und ohne staatlichen Einfluss durchzuführen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Altkolonier die Erziehungsarbeit als Traditionsvermittlung sehr ernst nehmen. Jedoch als Wissenvermittlung und Vorbereitung für die Zukunft lässt sie große Lücken offen und es gibt viele funktionale Analphabeten in den Siedlungen. In den Schulen der Altkolonier wird wenig Wert auf verstehendes Lesen, logisches Denken, analysierendes und zusammenfassendes Arbeiten, gegenseitiges Verständnis und Toleranz gelegt. Von der Vorbereitung für technische Kenntnisse ist hier überhaupt keine Rede. Logischerweise steht das niedrige Erziehungsniveau auch im direkten Verhältnis zu dem Niveau der Lehrer. Inwieweit die Schüler wirklich für die Herausforderungen der heutigen Welt vorbereitet werden, ist sehr fraglich. Andererseits schafft diese Art der erzieherischen Vorbereitung für das Leben auch wieder die Grundlage, dass der Einzelne nicht so leicht aus dem von der Gemeinde und Gemeinschaft vorgegebenen Rahmen springt. Besser ausgebildete Personen können bestehende Werte und Formen leichter hinterfragen. Man sichert sich für alle Mitglieder der Gemeinschaft ein einheitliches Erziehungsniveau ab, mit dem von Seiten der Gemeindeleitung die traditionellen Lebensformen effektiver eingehalten werden können.(32)

Wirtschaft

Im wirtschaftlichen Leben zeichnen sich die Altkolonier durch ihr praktisches und effektives Handeln aus. Geprägt von einer starken Arbeitsmentalität arbeitet die ganze Familie für den wirtschaftlichen Unterhalt des Familienbetriebes. Hier ist es auch wieder die Gemeinde, die die Entwicklung kontrolliert und teilweise bremst. So verhängten z.B. die Ältesten von Bergthal noch in den achtziger Jahren den Bann gegen Personen, die mit der „Außenwelt" Geschäfte machten. Doch die Entwicklung nahm ihren Lauf, und es kam zur Gründung von mehreren privaten Unternehmen sowie auch der jeweiligen Kooperativen in Bergthal und Sommerfeld. Die Kolonien Sommerfeld und Bergthal zeichnen sich durch eine starke wirtschaftliche Entwicklung aus. Erst war es das rücksichtslose Roden großer Wälder und die entsprechende Holzverarbeitung, und später brachten eine intensive Land- und Milchwirtschaft wirtschaftliche Erfolge. Im Bereich der Zusammenarbeit der verschiedenen Siedlungen der Altkolonier in Paraguay auf auf wirtschaftlicher Ebene praktisch nichts.

In den Kolonien mexikanischen Ursprungs sieht die Situation etwas anders aus. Die vor einiger Zeit gegründeten Kooperativen in Rio Verde und Nueva Durango sind nicht mehr funktionsfähig. Ursachen sind wohl die fehlende Kooperation und Professionalität in der Führung dieser Institutionen.

Man kann wohl sagen, dass die große Mehrheit der Familien sich ihren wirtschaftlichen Unterhalt mit viel Fleiß und Mühe erarbeitet hat und sich mit den gegebenen Umständen auch zufrieden gibt. Die Mentalität der Altkolonier im wirtschaftlichen Bereich ist in vielen Fällen noch nicht vom Kapitalismus geprägt. Allgemein wird nicht großer Reichtum angestrebt, sondern es geht darum, für einen sicheren Unterhalt der Familie zu sorgen. Die kinderreichen Familien in den Siedlungen der Altkolonier verlangen einen relativ großen Aufwand, eine ausgeglichene Versorgung zu erreichen. Durch eine stärkere Kooperation auf wirtschaftlichem Gebiet, sei es bei der Beratung der Bauern, Kredite oder der Vermarktung der Produktion könnten noch viel bessere wirtschaftliche Resultate erzielt werden.

Fazit

Wenn in Paraguay von Mennoniten gesprochen wird, denken viele Paraguayer sehr oft zuerst an die Gruppe der Altkolonier, weil sie am meisten durch ihre Kleidung und Lebensweise auffallen. Doch beträgt die Anzahl der Altkolonier nur 15 % der Mennoniten in Paraguay. Wahrscheinlich ist es die Gruppe der Mennoniten, die sich bisher am wenigsten mit dem neuen Heimatland, Paraguay, identifizieren kann. Durch die Weltfeindlichkeit wirkt ihre Lebensweise auf die Umwelt oft abstoßend.

Fremd wirkt wohl am meisten die Einstellung zum Leben, wobei Gefühle unterdrückt werden und keine frohe Lebenseinstellung aufkommen will. Der Körper wird als ein Gefängnis für die Seele angesehen.(33) Krankheit ist eine Strafe Gottes, die der Züchtigung dient, damit man freier von der sündigen Natur wird. Leiden ist ein Vorrecht, und darin ist Christus ein Vorbild gewesen, denn er hat am Kreuz am meisten gelitten. Harte Lebensbedingungen sind ein Mittel Gottes, um die Menschen näher zu sich heranzuziehen. Gott ist nicht ein Gott der Freude, des Lobes und der Freiheit, sondern ein Gott, der straft, züchtigt und von seinen Kindern in der Welt Entbehrungen verlangt. Bildung und luxuriöses Leben sind für die Altkolonier Versuchungen Satans. Zu Gott hat man mehr über die Gemeinde und den Ältesten Zugang, als direkt über eine persönliche und lebendige Beziehung. Aus diesem Grund ist auch der Älteste für das Seelenheil seiner Glieder verantwortlich.

Dieser Umstand führt notgedrungen zu einer Verflachung und Erstarrung des Glaubens und des Gemeindelebens. Zusammenarbeit unter den Gemeinden kommt nicht zustande. Auch die persönliche Freiheit des einzelnen Gemeindegliedes wird sehr stark eingeschränkt. Probleme in der Gemeinschaft und in der Siedlung werden automatisch zu Gemeindeproblemen.

Das Prinzip der gegenseitigen Hilfe und der Gastfreundschaft ist jedoch in der Gemeinschaft der Altkolonier tief verankert. Bestimmt wäre es für die Altkolonier eine große Hilfe, wenn sie ihre wiedertäuferischen Wurzeln neu entdecken könnten. Dadurch könnten sie, ohne ihre eigenen und liebgewordenen Traditionen und Werte total aufgeben zu müssen, ihre Aufgabe entdecken und sich den Herausforderungen eines neuen Jahrtausends in Paraguay stellen.(34)


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Bibliographie
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  13. Peters, Abe: Comunidades "Old Colony" enfrentan retos dificiles. Documento sin publicación. Canadá, 1999.
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  20. Sawatzky, Harry Leonard: Sie suchten eine Heimat. Deutsch-Mennonitische Kolonisierung in Mexiko. 1922 - 1984. Marburg, N.G. Elwert Verlag, 1986.
  21. Verwaltung der Kolonie Sommerfeld. Geschichtsbildband zum 50jährigen Bestehen der Kolonie Sommerfeld. 1948 - 1998. Sommerfeld, 1998.
  22. Warkentin, Abe: Gäste und Fremdlinge. Strangers and Pilgrims. Kanada, Die Mennonitische Post, 1995.
  23. Wenger, John Christian: Compendio de Historia y Doctrina Menonitas. Buenos Aires. 1960.

Fussnoten:
Horst Penner spricht von rund 8.000 Mennoniten, die in den 70er Jahren aus der Altkolonie Chortitza in Russland, nach Kanada übersiedelten.
Sawatzky, Harry Leonard. Sie suchten eine Heimat. Deutsch-Mennonitische Kolonisierung in Mexiko. 1922 - 1984. Marburg, N.G. Elwert Verlag, 1986, S. 11 ff.
Penner, Horst. Weltweite Bruderschaft. Ein mennonitisches Geschichtsbuch. Weierhof, 5. Auflage, 1995, S. 190.
Dyck, Cornelius J.: An Introduction to Mennonite History. A popular history of the anabaptists and the mennonites. Scottdale - Pennsylvania, Herald Press, 1981, S. 312.
Sawatzky, Harry Leonard: Sie suchten eine Heimat. Deutsch-Mennonitische Kolonisierung in Mexiko. 1922 - 1984. Marburg, N.G. Elwert Verlag, 1986, S. 60 ff.
Diese Zahlen sind in den verschiedenen Quellen unterschiedlich.
Klassen, Peter P.: Die Mennoniten in Paraguay. Reich Gottes und Reich dieser Welt. Bolanden - Weiherhof, Mennonitischer Geschichtsverein, 1988, S. 132.
Ratzlaff, Gerhard: Die mennonitischen Siedlungen in Ostparaguay. Kol. Friesland, 1976, S. 9
Verwaltung der Kolonie Sommerfeld. Geschichtsbildband zum 50-jährigen Bestehen der Kolonie Sommerfeld. 1948 - 1998. Sommerfeld, 1998, S. 36 ff.
Die aktuellen Daten der mennonitischen Kolonien in Ostparaguay liegen im Archiv der "Asociación de Colonias Mennonitas del Paraguay" vor. Die Daten stammen aus dem Jahr 1998.
Warkentin, Abe: Gäste und Fremdlinge. Strangers and Pilgrims. Kanada, Die Mennonitische Post, Steinbach 1995, S. 85 ff.
Ratzlaff, Gerhard. Die mennonitischen Siedlungen in Ostparaguay. Kol. Friesland, 1976, S. 9 ff.
Ratzlaff, Gerhard: Die mennonitischen Siedlungen in Ostparaguay. Kol. Friesland, 1976, S.22 ff.
Klassen, Peter: Die Mennoniten in Paraguay. Reich Gottes und Reich dieser Welt. Bolanden - Weiherhof, Mennonitischer Geschichtsverein, 1988, S. 144
Die neue Gemeinde nennt sich "Evangelische Mennoniten Gemeinde Sommerfeld" (E.M.G.). Sie führt ihre eigene Schule, ein Krankenhaus und mehrere andere Missionsprojekte.
Enns, Andreas: Die Gerichtsprozesse während des Konfliktes in Bergthal 1996/7. Asunción, 1999
Sie haben die gleiche Funktion wie in den anderen Kolonien die Oberschulzen.
Peters, Klaas: Die Bergthaler Mennoniten und deren Auswanderung aus Russland und Einwanderung in Manitoba. Zum 25jährigen Jubiläum. Florida, 1922, S. 28.
Sawatzky, Harry Leonard: Sie suchten eine Heimat. Deutsch-Mennonitische Kolonisierung in Mexiko. 1922 - 1984. Marburg, N.G. Elwert Verlag, 1986, S. 241.
Ratzlaff, Gerhard: Die traditionellen Mennoniten. Unveröffentlichter Aufsatz. Asunción, 2000.
Ratzlaff, Gerhard: Die traditionellen Mennoniten. Unveröffentlichter Aufsatz. Asunción, 2000.
Klassen, Peter P.: Die Mennoniten in Paraguay, Band I. Asunción, Impr. Modelo, 1988. S. 317.
Klassen, Peter P.: Die Mennoniten in Paraguay, Band I. Asunción, Impr. Modelo, 1988. S. 317.
Der "Kroaga" ist eine Art kirchlicher Gerichtsbote.
Sawatzky, Harry Leonard: Sie suchten eine Heimat. Deutsch-Mennonitische Kolonisierung in Mexiko. 1922 - 1984. Marburg, N.G. Elwert Verlag, 1986, S. 213
"Wir haben das immer so gehabt, und so soll das auch bleiben".
Peters, Abe: Comunidades "Old Colony" enfrentan retos dificiles. Documento sin publicación. Canadá, 1999
Diese Aussagen beruhen auf Gesprächen, die mit Vorstehern und Ältesten geführt wurden.
Dyck, Isaak M.: Hinterlassene Schriften vom Ältesten Isaak M. Dyck. Mexiko, Imprenta Mennonita, 1994, S. 3 ff.
Der Buggy ist ein leichter gefederter Wagen mit Gummireifen.
Ratzlaff, Gerhard: Die traditionellen Mennoniten. Unveröffentlichter Aufsatz. Asunción, 2000.
Die meisten Schilderungen beruhen auf eigenen Erfahrungen, die während mehrerer Besuchen in den Siedlungen der Altkolonier sowie auch in den jeweiligen Schulen gemacht wurden.
Dyck, Isaak M.: Hinterlassene Schriften vom Ältesten Isaak M. Dyck. Mexiko, Imprenta Mennonita, 1994, S. 53
Mein Dank gilt in besonderer Weise Dr. Hans Epp und Gerhard Ratzlaff, die den vorliegenden Artikel vom Inhalt her korrigiert und auf wichtige Verbesserungsvorschläge hingewiesen haben.