Vorträge | Jahrbuch 2004

Die Mennoniten in Preußen: Staat, Obrigkeit und Politik
Gerhard Ratzlaff (1)

Einleitung:

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts begann die Einwanderung der Mennoniten aus den Niederlanden nach Preußen. Bis zur Auswanderung der Mennoniten von Preußen nach Rußland um die Wende des 18. Jahrhunderts verflossen 250 Jahre. Für die Mennoniten in Paraguay ist es wichtig zu erfahren, was in dieser Zeit mit den Mennoniten vor sich ging und welche Kräfte sie in dieser Zeit geformt haben. Das was wir als Mennoniten heute sind, baut auf den Grundlagen auf, die von den Mennoniten in Preußen gelegt wurden: kirchlich, sozial, kulturell, wirtschaftlich und politisch. Im Kontext des Themas unserer Konferenz beschränken wir uns weitgehend auf die Beziehungen der Mennoniten zu ihrer Umwelt und der daraus resultierenden Entwicklung einer eigenen Verwaltung. Um diesen Prozeß zu verstehen ist es notwendig, dass wir uns zunächst die komplexe geopolitische Lage vergegenwärtigen, in die die Mennoniten Preußens hineinversetzt wurden.

1. Das komplexe geopolitische Umfeld Preußens

Wenn über die Mennoniten Preußens berichtet wird, macht man immer auch den Unterschied zwischen Ost- und Westpreußen.(2) Aber das ist nicht alles, es kommen noch mehr geographische und politische Einheiten dazu: Polen und die freien Städte Danzig und Elbing. Als um die Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Täufer nach Preußen auswanderten, kamen sie in ein deutsches Kulturumfeld, das unter polnischer Oberhoheit stand. Der deutsche Einfluß in Preußen begann mit dem Deutschen Ritterorden, der 1190 im heiligen Lande von deutschen Kaufleuten gegründet wurde, um Kranke zu pflegen und erst später ein Ritterorden wurde, um die Heiden zu evangelisieren. Vom Papst erhielt der „Deutsche Orden“ den Auftrag, die „Pruzzen“ nördlich von Polen zum Christentum zu bekehren. Das gelang nach langen, schweren Kämpfen. Unter der Führung des Deutschen Ordens und der Unterstützung der Hanse begann die Besiedlung des Weichsel-Nogat-Deltas mit deutschen Bauern. So entstanden die ersten Deiche zur Entwässerung der tiefer gelegenen Landschaften. Auf dieser Grundlage haben die Mennoniten später weiter gebaut. Allmählich fand eine Verschmelzung der Bürger des Landes statt und der Name Preußen (statt Pruzzen) ging auf alle Landesbewohner über. In großen Teilen Preußens entwickelte sich eine deutsche Kultur mit slawischem Einschlag. Seine Glanzperiode erlebte der Deutsche Orden während der Jahre 1351-1388. Doch in den folgenden Kämpfen mit Polen wurde das einst blühende Land verwüstet. Der Adel Preußens und die deutschen Städte Danzig, Elbing und Thorn kämpften siegreich auf Seiten des polnischen Königs gegen den Deutschen Orden. Im Zweiten Thorner Frieden 1466 kam Pommerellen, das spätere Westpreußen, unter polnische Oberhoheit, so auch die Städte Danzig, Elbing, Thorn und Kulm. Für ihre Unterstützung im Kriege erhielten vor allem die Städte Danzig und Elbing riesige Landgebiete zugeteilt, zwar immer noch unter polnischer Oberhoheit, sonst aber weitgehend selbständig. Ostpreußen blieb unter der Herrschaft des Deutschen Ordens, wurde aber dem polnischen Könige lehnspflichtig (Preußen königlich-polnischen-Anteils). Albrecht, Sohn des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Ansbach, war seit 1510 der Hochmeister des Deutschen Ordens in Ostpreußen. Als er sich der Reformation Luthers anschloß, verließ er den Orden und die katholische Kirche und machte auf Anraten Martin Luthers Ostpreußen 1525 zu einem Herzogtum mit Albrecht als erstem Herzog. Damit begann die „Erbverbrüderung“ Preußens mit Brandenburg und die beiden Staaten - geographisch voneinander getrennt - wuchsen im Laufe der Jahre zu einer politischen Einheit zusammen und wurden unter Friedrich II. zum mächtigsten Land innerhalb des deutschen Reiches. Während Preußen (Ostpreußen) seinen Machtbereich im 17. und 18. Jahrhundert langsam aber ständig ausdehnte, verlor Polen immer mehr an Macht und Einfluß. So ohnmächtig war der König von Polen geworden, dass seine Nachbarn Rußland, Österreich und Preußen Polen unter sich aufteilten. Das geschah in drei Teilungen: 1772, 1793 und 1795. Bis 1772 unterstanden die meisten Mennoniten der polnischen Herrschaft. Doch mit der Teilung Polens kamen sie unter die Herrschaft der preußischen Könige. Friedrich II. (der Große) nannte sich ab 1772 nicht mehr König in Preußen, sondern König von Preußen.

Zusammenfassung: Als die Mennoniten im 16. Jahrhundert in Preußen einwanderten, kamen sie in ein deutsches Kulturumfeld unter polnischer Oberhoheit. Danzig und Elbing sowie Ostpreußen waren deutsch und zugleich evangelisch. Doch in den Landgebieten gab es Flecken mit katholischen Besitzern. Die Städte, der Adel und die größeren Landbesitzer erfreuten sich weitgehender Rechte und Freiheiten dem polnischen König gegenüber. Aus dem Widerstreit der Evangelischen und Katholischen zogen die Mennoniten manchmal einen Nutzen. Wurden sie z.B. aus einem evangelischen Landstrich vertrieben, so nahm sie der katholische Nachbar freudig in seinem Gebiet auf - zum Ärger der Evangelischen. Aus Ostpreußen, das ganz lutherisch war, wurden die Täufer auf Anraten Luthers zunächst ausgewiesen. Dort sind sie erst später eingewandert, doch in relativ kleiner Zahl. Die Mennoniten, die nach Rußland auswanderten, kamen in der Mehrheit aus Danzig, seinem Umfeld, aus Westpreußen und dem oberen Weichseltal.

2. Die Einwanderung der Mennoniten nach Preußen

Es ist heute nicht festzustellen, wann die ersten Täufer nach polnisch Preußen und Ostpreußen gekommen sind, schreibt B.H. Unruh(3). Sie kümmerten sich mehr ums Überleben und ihre Religion als um ihre Geschichte. Außerdem waren die ersten Täufer keine gelehrten Leute, sondern Handwerker und Bauern, die wenig ans Schreiben dachten. Nach Horst Penner vollzog sich die Einwanderung über eine Zeitspanne von über 100 Jahren, und er nennt dabei drei größere „Flüchtlingswellen“(4). Die erste kam nach der münsterschen Katastrophe (1534-1535), als die Verfolgungswut auch die stillen Taufgesinnten ganz zu Unrecht aus dem Lande peitschte. Ihr folgte eine zweite, als Herzog Albas Blutregiment (1567-1594) die Taufgesinnten auch aus den friesischen Provinzen der Niederlande ausrotten wollte(5). Die dritte Welle - eine kleinere - kam aus Mähren, als die katholische Gegenreformation dort alle Evangelischen vertrieb (ab etwa 1600). Diese Täufer kamen ursprünglich aus der Schweiz, Süddeutschland und Österreich und siedelten im Weichseldelta zwischen Thorn und Marienwerder.

Hier steigt die Frage auf, warum wurde gerade Preußen das bevorzugte Einwanderungsland für die Täufer aus den Niederlanden? Dazu muß folgendes gesagt werden: Zwischen den Niederlanden und Preußen bestanden im 16. Jahrhundert rege Handelsbeziehungen. Beide Länder brauchten einander und profitierten voneinander. Die Beziehungen waren daher durchaus freundschaftlich. Die Niederländer brauchten das Getreide und Holz aus Preußen und Polen. Dagegen lieferten die Niederländer ihr hochwertiges Leinen und Tuch. Zur Förderung des Handels ließen sich niederländische Kaufleute und Handwerker in Danzig nieder und errichteten dort eine Bank. Niederländer waren in preußischen Städten gern gesehen, da sie zur Förderung der Wirtschaft Preußens einen wertvollen Beitrag leisteten. Ja, es entstanden sogar „niederländische Siedlungen“ in Danzig, dem wichtigsten Seehafen Preußens. Großes Interesse zeigte Preußen auch an holländischen Bauern, da diese sich in der Kunst der Entwässerung tief gelegener und überschwemmter Gebiete auskannten. Im Zuge dieser Handelsbeziehungen wurde Danzig im Laufe der Zeit zum wichtigsten Eingangstor der Täufer. Nach 1534, schreibt Horst Penner, brachte fast jedes Schiff Täufer aus den Niederlanden an die „Gestade Preußens“(6). Da es unter den hunderten Schiffern auch zahlreiche Täufer gab, so ist anzunehmen, dass gerade diese die Auswanderung von Täufern möglich gemacht und gefördert haben. Und das Mennonitische Lexikon(7) sagt: „Da der Schiffs- und Handelsverkehr zwischen Danzig und den Niederlanden schon im 14. und 15. Jahrhundert lebhaft gewesen war, so war es kein Weg ins Unbekannte, den die flüchtigen holländischen Mennoniten eingeschlagen hatten“. Unter den Einwanderern befanden sich Handwerker und verschiedene Fachleute: Weber, Bortenwirker, Spinner, Stein- und Bildhauer, Maurer, Zimmerleute, Fischer, Brandweinbrenner, Schiffsbauer, Ärzte und Kaufleute. Diese ließen sich mit Vorliebe in Städten wie Danzig, Elbing und Königsberg nieder. Doch obwohl Niederländer in Preußen gerne gesehen waren, galt dieses Vorrecht nicht für niederländische Täufer.(8) Die Täufer kamen jedoch um zu bleiben, und ihr geschäftlicher Erfolg erzeugte bald den Neid der städtischen Zünfte. Klagen gegen die Täufer wurden von den Zünften bei der Obrigkeit immer wieder eingereicht. Besonders viele Beispiele liefert die Stadt Danzig.(9) Sie wurden mehrmals aus der Stadt vertrieben und mußten sich außerhalb der Stadt niederlassen. Bald verschob sich damit das Schwergewicht der Einwanderer auf die versumpften Weichselniederungen (auch Kampen genannt), die vielfach unter dem Meeresspiegel lagen. Doch ein kleinerer Teil blieb in den Städten bzw. wanderte zurück in die Städte und wußte sich dort unter großen Widerwärtigkeiten auch gegen den Neid der Zünfte, die den Täufern gern „das Handwerk legten“, durchzusetzen. Auf dem Lande dagegen überzeugten sich die Landesherren nicht nur von der Harmlosigkeit der Täufer, sondern von ihrer großen Nützlichkeit für die Urbarmachung ihres Landes, da sie als treue Steuerzahler ihren Herrn ein gutes Geld einbrachten. Einige Adlige förderten geradezu die Einwanderung der Täufer, indem sie Personen beauftragten, in die Niederlande zu gehen und dort um Siedler zu werben. Dies geschah trotz wiederholter Einsprüche von Seiten der städtischen Räte und der herrschenden Landeskirchen. Dieser ständige Einspruch von Seiten eines Teiles der Bürgerschaft brachte die Täufer in die mißliche Lage, dass sie über Generationen in ständiger Unsicherheit lebten und ihre Bleibe in Preußen oft teuer bezahlen mußten. Auch die scheinbar typisch mennonitische Eigenschaft, Vorrechte durch Geld zu erwerben,(10) bildete sich dadurch schon in Preußen heraus. Nach Preußen brachten die Täufer aus den Niederlanden ihre in jahrhundertelangem Kampf mit dem Meere ausgebildete Kunst im Bau von Windmühlen zur Entwässerung, Deichen, Gräben und Schleusen. Das Land wurde ihnen jedoch nicht als Eigentum, sondern in Besitzpacht und nach einigen Generationen später in Erbpacht gegeben. Das heißt, sie durften das Land vererben, aber nicht verkaufen. Dieses Recht stand nur dem Landesherrn zu. Erst Jahrhunderte später, als sie als Bürger des Landes akzeptiert wurden (unter Friedrich dem Großen), konnten sie das von ihnen bewohnte Land als Eigentum erwerben. Von ihrer großen Nützlichkeit überzeugt, warb der Danziger Rat um mehr Siedler aus den Niederlanden, und schon bald entstand eine Anzahl Ortschaften unter dem Titel „Holländische Dörfer“.(11) Der Name „Mennonit“ kommt zum ersten Mal 1572 in einem Dekret des Elbinger Rates vor und am 6. Juli 1573 in einem Beschluß des Danziger Rates.(12) Ab 1573 wird der Name „Mennonit“ in Danzig gebräuchlich.(13) Die Schreibweise war jedoch sehr unterschiedlich: meist Mennonist oder Mennist. Im Laufe eines Jahrhunderts dehnten sich die mennonitischen Bauernsiedlungen von Danzig und dem kleinen Werder auf das große und das Marienburger Werder und weiter das Weichseltal hinauf nach Graudenz, Schwetz, Kulm und Thorn aus.

3. Das „mennonitische Reich“ in Preußen

Im Laufe der Generationen bildeten die Mennoniten in Preußen ein eigenes „mennonitisches Reich“. Dieter Götz Lichdi(14) schreibt von einer ,mennonitischen Welt', die in der Weichselniederung wuchs, abgesondert von der sie umgebenden Welt, mit der sie möglichst wenig gemeinsam haben wollten. Wie konnte dies geschehen? Und wie gestaltete sich diese typisch mennonitische Welt innerhalb einer ihr feindselig gegenüberstehenden Umwelt? Den Gang dieser Geschichte wollen wir hier kurz skizzieren. Es fand eine täuferisch-mennonitische Metamorphose statt: Die Umwandlung von einer Gemeinde von Gläubigen in eine mennonitische Kulturgemeinschaft. Eine Umwandlung, die zwar nicht von den Täufern/Mennoniten gesucht und geplant, sondern von religiösen und historischen Kräften geformt wurde. Folgende Faktoren spielten dabei eine entscheidende Rolle: das Glaubensprinzip der Absonderung von der Welt einerseits und die Verfolgung der Täufer/Mennoniten andererseits. Wie sah diese mennonitische Welt konkret aus? Worin bestand sie?

3.1. Die Absonderung

Zu den grundlegenden Prinzipien der Täufer gehörte die Absonderung von der Welt. Dieses Prinzip gründete auf Leben und Lehre Jesu und der apostolischen Gemeinde. So heißt es in Römer 12, 2: „Stellet euch nicht dieser Welt gleich“. Grundsätzlich bedeutet diese Aussage, sich vom sündigen Treiben fernzuhalten. Für die Täufer bedeutete dieses Prinzip ganz konkret, nicht an weltlichen Belus­tigungen wie Theater und Zirkus, Tanzabenden und Weingelagen teilzuhaben, kein gemeinsames Geschäft mit „Weltlichen“, d. h. Nicht-Täufern zu unternehmen. Ja, es ging so weit, dass auch die Teilnahme an katholischen, lutherischen und reformierten Gottesdiensten verboten war. In der Gemeindedisziplin, in der Ablehnung des Eides und Wehrdienstes fand das Prinzip der Absonderung von der Welt einen sehr prägnanten Charakter. Die Täufer waren also seit ihrer Entstehung eine ganz neue und zugleich ganz anders geartete Gemeinde in dieser Welt. In dem sogenannten „Wildwuchs“ der Täufergemeinden kam es auch zu manchen Entgleisungen. Die bekannteste davon ist das „Münstersche Täuferreich“. Leider wurde den Täufern die ganze Schuld für die münstersche Katastrophe in die Schuhe geschoben. Menno Simons hat sich heftig dagegen gewehrt. Anderseits wurde auch die weltliche Obrigkeit auf die Unterschiede unter den Täufern aufmerksam. Die Friedlichen unter ihnen, die sich um Menno Simons scharten, wurden so bald als Mennonisten (ab 1543/1544 Mennonisten oder Mennisten) bezeichnet. Unter diesem Namen wurde den Täufern größerer Schutz gegen Verfolgung zuteil. Aus diesem Grunde haben die norddeutschen und die preußischen Täufer den Namen Mennonit übernommen. Als um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Täufer nach Preußen einwanderten, standen sie immer noch im Schatten der Ereignisse von Münster. Die Verfolgung der Täufer, die nach Münster verstärkt einsetzte, war ja auch der Anlaß für die erste große Flüchtlingswelle nach Preußen. Dort sah man Holländer und Niederdeutsche als Einwanderer gern, solange sie nicht Täufer waren. Ja, der Rat der Stadt schrieb an die Niederlande, man möchte es dort nicht erlauben, dass Täufer die Schiffe, die nach Preußen gingen, bestiegen. Doch bald merkten die preußischen Gutsbesitzer, die große verwüstete Ländereien besaßen, dass die Besiedlung ihres Landes durch Täufer eine gewinnbringende Kapitalanlage war, nicht nur für sie, sondern auch für den polnischen König. Nur unter solchen Bedingungen wurden die Täufer (später Mennoniten) geduldet, sie erhielten aber nicht die bürgerliche Gleichberechtigung. Danzig bietet dafür ein anschauliches, wenn auch extremes Beispiel: Selbst nach mehr als 250 Jahren in Danzig und Umgebung wurde den Mennoniten nicht das Bürgerrecht zugestanden und sie mußten als „Unbürger“ Schutz- und Fremdensteuer zahlen. Als Georg von Trappe im Auftrage von Katharina II., Zarin von Rußland, nach Danzig (nicht Preußen) kam, stellte er den Mennoniten diese unfreie Stellung und schreiende Ungerechtigkeit vor und versprach ihnen eigenes Land, Sonderrechte und Privilegien.(15) Doch nun zurück zum Beginn der Täufer in Preußen. Wie gesagt, die Mennoniten in Danzig und polnisch Preußen wurden nur geduldet, erhielten für lange Zeit nicht die bürgerlichen Rechte und waren allerlei Schikanen von Seiten der Obrigkeit, aber auch von Seiten der zwei offiziellen Kirchen, Lutheraner und Katholiken, ausgesetzt. Hier einige Beispiele der Beschränkungen und Schikanen, denen sie ausgesetzt waren: In den ersten Jahrzehnten war es ihnen nicht erlaubt, Kirchen zu bauen. Ihre gottesdienstlichen Veranstaltungen mußten in Privathäusern abgehalten werden. Es war nicht erlaubt, Katholiken und Lutheraner in mennonitische Gemeinden aufzunehmen. Das zu tun kam einem Verbrechen gleich. Trotzdem mußten die Mennoniten die Kirchensteuer für die offiziellen Kirchen zahlen: Bei der Geburt eines Kindes, beim Tode einer Person, für Trauungen und Schule und anderes mehr. So mußten die Mennoniten für Dienstleistungen zahlen, die sie nicht in Anspruch nahmen. Dagegen haben sich die Mennoniten stark gewehrt, doch meist ohne Erfolg, weil der Staat diese Maßnahmen der Kirchen unterstützte und weil die Mennoniten als gefährliche Konkurrenten angesehen wurden. Während sich nun die Umwelt von den Mennoniten als geduldete Sektierer absetzte, schufen die Mennoniten ihrerseits einen Wall gegen den schädlichen Einfluß der sie umgebenden Welt aufgrund ihres Prinzips der Absonderung von der Welt. Die Welt um sie war sündhaft und ungerecht, vor ihrem Einfluß wollte man sich und die Kinder schützen. Deshalb wurde der Kontakt mit der Außenwelt auf ein Minimum reduziert und nur für wirtschaftliche Interessen erlaubt. Diese Lebenshaltung kommt noch heute bei den mexikanischen Mennoniten in Paraguay zum Ausdruck. Ein wirksamer Schutz gegen das Eindringen der Welt in die Gemeinde war das Verbot der „Außentrau“, d.h. Heiraten außerhalb der eigenen Gemeinde war verboten. Selbst die Heirat zwischen den zwei Gemeinderichtungen, den Flamen und Friesen, war verboten. Die straffe Gemeindedisziplin war ein weiteres wirksames Mittel, um die Welt von der Gemeinde fernzuhalten. Als Resultat dieses Schutzes gegenüber der bösen Umwelt schufen die Mennoniten ihre eigene Welt - eine mennonitische Welt, wie sie Lichdi nennt. Als Gemeinden schufen sie ein eigenes Sozial- und Verwaltungssystem und eine Brandversicherung auf Gegenseitigkeit. Sie hatten ihre eigene Gemeindeschule und ein Waisenamt zur Versorgung der Witwen, Waisen und der Armen. Alles Funktionen, die in der Regel der Staat oder eine sekulare Institution übernimmt. Ja auch die Bauart ihrer Häuser unterschied sich bei den Mennoniten von der üblichen deutschen Bauart und mehr noch von der polnischen. So entstand in der Weichselniederung eine mennonitische Welt. Die Mennoniten waren zu einem tief religiösen Volk inmitten der deutschen und polnischen Bevölkerung Preußens und Polens geworden. Es erfolgte eine mennonitische Metamorphose, die in Rußland unter idealen Bedingungen weitergeführt und perfektioniert wurde. Dabei muß klärend gesagt werden, dass die Mennoniten in Preußen nicht in sich abgeschlossenen Territorien (wie später in Rußland und heute noch in Paraguay) lebten, sondern inmitten der entweder deutschen oder polnischen Landesbevölkerung. Die Umwandlung geschah innerhalb der Gemeinde, war eine von der Welt teilweise aufgezwungene und geschah im Einklang mit ihren Glaubensprinzipien, dem der Absonderung von der Welt und der Wehrlosigkeit.

3.2. Die Mennoniten unter polnischer Herrschaft

Als die Mennoniten in Preußen einwanderten, fanden sie in dem der polnischen Krone unterstehenden Lande „wenig Staat“ vor, bemerkt mit Recht Horst Penner.(16) Das heißt, die Mennoniten erhielten vom Staat keine Hilfe, sie waren auf sich selber angewiesen und mußten sich mit eigenen Mitteln durchschlagen. Dieser Umstand führte dazu, dass sie gezwungen waren, ihre eigenen Institutionen und Organisationen zu schaffen, um zu überleben. Das hat im Rückblick gesehen überraschend gut geklappt. Als Katholiken waren die polnischen Könige den Mennoniten durchaus nicht immer wohl gesonnen. Wenn die polnischen Könige nun doch immer wieder durch besondere Erlasse (Privilegien) die Mennoniten schützten, so hat das eine besondere Bewandtnis. Die polnischen Könige brauchten Geld, viel Geld. Aus den Weichselwerdern kam das meiste Geld, um ihre Kassen zu füllen, und in den Werdern wohnten 75% der westpreußischen Mennoniten. Und das waren die „Bauern, die das Mehrfache von dem erwirtschafteten, was sonst landesüblich war“, führt H. Penner aus.(17) „Um des lieben Geldes willen“ also waren die polnischen Könige immer wieder bemüht, „durch Wiederherstellung der Privilegien und das Anstimmen eines Lobliedes auf die trefflichen Entwässerungskünstler“ die Mennoniten im Lande zu behalten.(18) Dazu die folgenden Beispiele: 1642 war Wladislaus IV. König von Polen. Er wußte über die Situation der Mennoniten nicht Bescheid. Diese Unkenntnis nutzte sein Kammerherr Willibald von Haxberg aus, um durch Erpressung von den Mennoniten Geld zu bekommen. Dazu hatte er von dem König ein Schreiben erwirkt, das ihm die gesetzliche Grundlage zu scharfen Maßnahmen gegen die Mennoniten gab. Haxberg begründete und rechtfertigte seine grausamen Absichten folgendermaßen: „Da die Sekte der Wiedertäufer, bisweilen Ministen genannt, im Lande heftig einschleichen und ohne Bewilligung seinen Untertanen große Verhinderungen im Handel zugefügt werden, so sollen ... die Güter der Ministen dem Fiskus zugeeignet werden“.(19) Die Mennoniten weigerten sich zunächst, die erpreßten Zahlungen an Haxberg zu tätigen. Daraufhin ließ dieser die mennonitischen Güter mit Militär besetzen. Auf diese Weise gelang es dem geldhungrigen und skrupellosen Haxberg, von den wehrlosen Mennoniten die Riesensumme von 80 000 Gulden gewalttätig zu erpressen. In ihrer Not wandten sich die Mennoniten an die lokale Obrigkeit („Landstände“). Ein Landtag wurde im Mai 1642 nach Marienburg einberufen. Die „Landstände“ fanden das Vorgehen des königlichen Kammerherrn ungeheuerlich, richteten einen Protest an den König, in dem sie baten, „Seine Majestät möge geruhen, diese unrechtmäßigen Eintreibungen ernstlich zu hindern“.(20) Mit Unterstützung der preußischen Stände (des Adels und der Landesherrn) schickten die Mennoniten eine Delegation an den König. Persönlich wurden sie bei ihm vorstellig, wohl zum ersten Mal, und erklärten ihre Lage, ihre Kontrakte und Rechte, gemäß denen sie eingewandert waren. Als sie dem König dann noch eine Summe Geldes überreichten, schenkte dieser den Mennoniten ein geneigtes Ohr. Dem Treiben Haxbergs wurde Einhalt geboten und am 22. Dezember 1642 erließ der König, „von Gottes Gnaden“ berufen, ein Gesetz, das die Rechte der Mennoniten in Preußen „zu ewigen Zeiten“ sichern sollte. In dem Schreiben hebt der König hervor, dass die Mennoniten von seinen Vorfahren, den polnischen Königen, ins Land gerufen wurden. Dabei nennt er namentlich seinen Großvater, den „weiland Durchlauchtigsten Sigismundi Augusti“. Weiter schreibt König Wladislaus IV., dass die Mennoniten „damals an wüste, sumpfige und unbrauchbare Örter“ kamen „und ... selbige durch viel Arbeit und große Unkosten ... nutzbar und fruchtbar gemacht [haben]“.(21) Der König bestätigt auch die „Darreichung einer gewissen Summe Geldes zu unserem Gebrauch“, stellt demgegenüber jedoch klar, dass der königliche Erlaß auf dem „Exempel sonderbaren Fleißes“ und der „großen Arbeit“ der Mennoniten „zum gemeinen Nutzen“ gegründet ist und nicht auf Grund der Geldzahlung geschah.(22) Die Urkunde, die die Mennoniten dem König vorgelegt haben, ist eine gründliche, dokumentarische Beweisführung ihrer Geschichte. Es ist aber auch durchaus möglich, dass der König sich zusätzlich aus dem königlichen Archiv Unterlagen hat geben lassen. Doch die vom König Wladislaus IV. gegebenen Rechte „zu ewigen Zeiten“ dauerten nur wenige Jahre. Regierungen kommen und gehen. Schon im Jahre 1660 drohte ein neues Unheil über die Mennoniten in Preußen hereinzubrechen. Eine neue Sekte, die „Sozinianer“, auch „Polnische Brüder“ genannt, war nach Polen gekommen. Verallgemeinernd wurden sie „Arianer“ genannt, weil sie den Artikel von der Dreieinigkeit Gottes nicht in ihrem Glaubensbekenntnis führten und als Ketzer erfolgreicher zu bekämpfen waren. Nun traten die „Wahrer reiner christlicher Lehre“, wie H. Penner die Verfolger nennt,(23) auf den Plan und erreichten beim König die Ausweisung der Sozinianer aus dem Lande. Danach fuhren die „Verteidiger der rechten christlichen Lehre“ auch über die Mennoniten her, indem sie den königlichen Erlaß gegen die Sozinianer nun auch auf die Mennoniten anwandten. „Übereifrige“ Beamte konfiszierten die Güter der Mennoniten, um mühelos ihre leeren Geldtruhen füllen zu können, schreibt H. Penner.(24) Doch der eigene Vorteil bewog den polnischen König Johann Casimir, diesem Verfahren Einhalt zu gebieten. So kam der folgende sehr aufschlußreiche Schutzbrief für die Mennoniten im Jahre 1668 zustande: „Beständig geschieht es, dass eine unbillige und unzeitige Auslegung der Gesetze sehr viele Leute dazu antreibt, einen leichtsinnigen Angriff auf die Rechte und Güter anderer und die Sicherheit der öffentlichen Ruhe zu machen und Unschuldige in große Streithändel zu verwickeln. Da wir nun den bedrohlichen Verlusten zuvorkommen wollen, welche wir durch dergleichen Unfug von Privatleuten gar leicht an unseren Gütern in der Ökonomie Tiegenhof und Bärwalde und an unseren Einkünften zu erleiden haben würden, welche vorzüglich in den Besitzungen der Untertanen mennonitischen Glaubens bestehen, und da wir auch den Wunsch hegen, das verwegene Unterfangen der ungestümen Leute zu verhindern, welche etwa unter dem Vorwande des Eifers für das Gemeinwohl mit Anführung einer Novelle zu den alten Gesetzen über die Arianer jene Mänisten [Mennoniten] beunruhigen, dadurch Gelegenheit zu äußerster Entvölkerung geben, und unseren Einkünften eine nicht geringe Einbuße und Verkürzung bereiten möchten. Um also derlei Nachteilen und Unzuträglichkeiten entgegenzutreten und für Unsere und Unserer genannten Untertanen in Tiegenhof Schadlosigkeit Fürsorge zu treffen, haben wir gemeint, ebendieselben in unsere Protektion und unseren königlichen Schutz aufnehmen zu müssen...“(25)

Deutlich spricht der König in seinem Schreiben von einer „unbilligen und unzeitigen Auslegung der Gesetze“ gegen die Sozinianer und dem „Unfug von Privatleuten“, die mit ihrem Vorgehen gegen die Mennoniten zu „bedrohlichen Verlusten ... an unseren Einkünften“ führen würden. Doch auch König Casimirs Jahre waren gezählt. Der neue König Johann III. wußte nichts von den Mennoniten und noch weniger von den Gesetzen, die zu ihrem Schutz erlassen worden waren. Diese Wissenslücke nutzten wiederum Gegner der Mennoniten aus. 1676 trat der „Woywode“ (polnisch für Landherr, Heeresführer) von Pommerellen, dem späteren Westpreußen, für die Vertreibung der Mennoniten aus den Werdern und Danzig ein. Danzig bezeichnete er „als das rechte Nest“ dieser Sekte, derentwegen Gott Polen so hart strafe und Naturkatastrophen zulasse. Einen Teil des polnischen Adels hatte der Woywode für seine Pläne gewonnen. Doch da traten die Landesherren und die Räte der größeren Städte für die Mennoniten ein und machten dem König klar, welchen Schaden das Land „von der Vertreibung der Mennoniten haben würde. Dagegen hoffe der Woywode als Landschatzmeister durch Einziehung ihrer Güter persönlichen Vorteil zu gewinnen“.(26) König Johann III. ließ sich überzeugen und befahl, den schon gegen die Mennoniten ausgefertigten Erlaß zu zerreißen und versicherte ihnen durch eine Verfügung alle ihnen bisher gegebenen Rechte. Ja, noch mehr, er forderte die Landesherren auf, „weitere Ländereien an Mennoniten zur Kultivierung auszugeben“.(27) Die Mennoniten sahen in dieser Wende das Eingreifen Gottes, der den Rat der Gottlosen zunichte macht.

3.3. Die Mennoniten unter preußischer Herrschaft

Bei der ersten Teilung Polens 1772 fiel Westpreußen an Friedrich den Großen. Der Regierungswechsel wurde von den Mennoniten begrüßt. Ihre rechtliche und wirtschaftliche Existenz schien unter Friedrich dem Großen gesicherter zu sein als unter dem polnischen König. Aber eine neue Sorge kam jetzt hinzu. Zur polnischen Zeit hatten die Mennoniten den Grundsatz der Wehrlosigkeit problemlos aufrecht erhalten können. Sie waren zwar „bürgerlichen Beschränkungen“ ausgesetzt, wobei aber „lange Zeit die Nichtableistung der Wehrpflicht gar nicht in Betracht kam, weil dieselbe überhaupt nicht allgemein war“.(28) Außerdem, als „Unbürger“ kamen sie für den Wehrdienst auch nicht in Frage. Zur polnischen Zeit war das Verhältnis der Mennoniten zum Staat das einer geduldeten Religionsgemeinschaft, deren Stellung durch königliche Privilegien, aber nicht durch staatliche Gesetze gesichert war. Die Lage änderte sich unter den preußischen Königen. Unter Friedrich dem Großen herrschte Religionsfreiheit in Preußen. Zum Schutze der katholischen Schulen gegen Übergriffe von Seiten der Evangelischen schrieb Friedrich kurz nach seinem Regierungsantritt am 22. Juli 1740 in einem fehlerhaften Deutsch (Er sprach und schrieb lieber französisch). Hier zwei Zitate in wortgetreuer Abschrift:

„Die Religionen müssen alle toleriret werden und muß der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, dass keine der anderen Abruch tuhe, den hier muß ein jeder nach seiner Fasson [Religion] selich werden“.(29)

Auf die Frage, ob in Frankfurt a.O. ein Katholik das Bürgerrecht erwerben dürfe, antwortete Friedrich (Juni 1740):

„Alle Religionen seindt gleich und guth, wan nuhr die leute, so sie profesiren, Ehrlige leute seindt, und wen Türken und Heihden kämen und wollten das Land pöpliren [besiedeln], so wollen wir sie Mosqueen und Kirchen bauen“.(30)

Von dieser großzügigen Religionsfreiheit profitierten auch die Mennoniten. Die Steuern, die die Mennoniten zum Unterhalt der lutherischen Kirchen bisher beitragen mußten, wurden aufgehoben (nach Friedrich aber wieder eingeführt) und dabei das Prinzip der Wehrlosigkeit nicht in Frage gestellt. Doch als Ausgleich mußten die Mennoniten zum Aufbau und Unterhalt der Kadettenschulen in Kulm (Culm) seit 1773 einen jährlichen Beitrag von 5000 Talern zahlen. Das scheint keine große Belastung für die Mennoniten gewesen zu sein. Sie haben nicht dagegen protestiert. Am 29. März 1780 erschien, nach endlosen Verhandlungen, das vom König unterschriebene „Gnadenprivileg“, welches bereits 1772 auf dem großen Begrüßungsfest in Marienburg von den Mennoniten beantragt und ihnen vom König mündlich zugesagt worden war. Dieses Gesetz verbürgte den Mennoniten Befreiung vom Militärdienst, volle Glaubens- und Gewerbefreiheit auf ewige Zeiten bzw. „so lange sie und ihre Nachkommen sich als getreue, gehorsame und fleißige Unterthanen verhalten,... [ihre] Abgaben prompt entrichten, sich den allgemeinen Landespflichten, ... nicht entziehn, die bisherigen 5000 Thlr. Enrollierungsfreiheit [Militärdienstbefreiung] jährlich ... an die angewiesene Kasse prompt abführen, ...“.(31) Doch das neue Gesetz enthielt eine Einschränkung für die Mennoniten. Der Erwerb neuer Grundstücke durch Mennoniten wurde begrenzt, da nach preußischem Gesetz der Militärdienst an den Landbesitz gekoppelt war (Kantonspflicht) und Preußen ein Militärstaat war. Mehr Land in Händen der Mennoniten bedeutete weniger Soldaten für den König. Trotzdem verfuhr Friedrich mit den Mennoniten sehr großzügig und bewilligte ihnen fast ausnahmslos alle von ihnen beantragten Landankäufe. In den Jahren 1781-84 konnten 296 neue Grundstücke von den Mennoniten erworben werden.(32) Das wurde unter Friedrichs Nachfolger Friedrich Wilhelm II. anders. Die lutherischen Kirchen waren um den Fortbestand ihrer Gemeinden besorgt, die Militärbehörden um die notwendige Zahl ihrer Rekruten. Dem neuen König wurden daher Vorstellungen gemacht, dass eine weitere Ausdehnung der Mennoniten nicht zugelassen werden dürfe. Deshalb erließ Friedrich Wilhelm II. 1789 ein besonderes Gesetz, das „Edikt, die künftige Einrichtung der Mennoniten“ betreffend. Darin wird der Landerwerb der Mennoniten stark eingeschränkt und die Beitragspflicht der mennonitischen Grundbesitzer für die evangelischen Kirchen gesetzlich festgesetzt. Begründet wurde die evangelische Forderung u. a. auch hier wieder mit dem Hinweis, dass aller mennonitischer Besitz aus evangelischer Hand stamme. Mannhardt weist auch darauf hin, dass in manchen Fällen die Mennoniten auf „Privatcontracte“ eingingen, in denen sie sich verpflichteten, die Abgaben an die lutherischen Pfarrer zu zahlen. Diese Einzelfälle wurden verallgemeinert und gaben Anlaß zu vielen Streitigkeiten.(33) Die Mennoniten führten endlose Prozesse gegen die Zahlungspflicht. Diese wurden aber fast ausnahmslos gegen sie entschieden. Das Edikt von 1789 wurde 1801 noch verschärft. Keine „neuen Acquisitiones von Grundstücken“ wurden den Mennoniten erlaubt, wodurch eine Verminderung des damaligen mennonitischen Grundbesitzes erreicht werden sollte.(34) Diese Einschränkung war der Anlaß zur zweiten großen Auswanderungswelle nämlich nach Rußland, an die Molotschna. Die zurückbleibenden Mennoniten haben sich trotz starken Widerstandes nach und nach in die preußische Gesellschaft integriert. Unter großen Opfern konnten die Mennoniten die Wehrdienstbefreiung noch aufrechterhalten, bis am 9. November 1867 durch ein neues Gesetz die bisherige Befreiung aufgehoben wurde. Eine „Kabinettsorder“ vom 3. März 1868 milderte das Gesetz insofern, dass die Mennoniten ihrer Wehrpflicht als Krankenpfleger, Schreiber und Trainfahrer genügen durften. Damit wurden aber auch alle Beschränkungen gegen die Mennoniten aufgehoben. Mennoniten, die jetzt nicht auswanderten (einige wanderten in die USA aus), nahmen nun auch die Wehrpflicht an, zunächst in Form eines Alternativdienstes, dann aber auch im aktiven Wehrdienst. Die Entscheidung war jedem einzelnen Glied überlassen.

3. 4. Danzig

Liest man das Buch von Mannhardt über die Danziger Mennonitengemeinde (1919), so bekommt man den Eindruck, dass die Hauptaufgabe der Gemeinde bzw. der Gemeindeältesten darin bestand, sich gegen Anfeindungen von außen zu wehren. In der Stadt Danzig erlangten die Mennoniten erst 1793 das Bürgerrecht. Sehr wenig wird über den inneren Bau der Gemeinde gesagt. Hier seien nur einige weitere Diskriminierungen und Angriffe angeführt: In der Stadt Danzig war es den Mennoniten verboten, Grundstücke zu erwerben. Trotzdem blieben immer noch Mennoniten ihres Handwerks wegen in der Stadt. Dabei bildete sich der unerfreuliche Brauch heraus, schreibt Mannhardt, „dass die Mennoniten beim Kauf oder bei der Vererbung von Häusern diese auf den Namen eines Bürgers schreiben ließen, dem dafür ein kleines Kapital eingetragen und verzinst wurde, ...“. Weiter schreibt Mannhardt: „Der Rat und das Gericht ließen diese Praxis stillschweigend lange Zeit gelten, und es sind uns noch zahlreiche Kontrakte aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten“.(35) 1647 wurden die Mennoniten beim polnischen König verleumdet, „dass sie Personen anderen Bekenntnisses zu sich herübergezogen hätten“. Der König, wenig informiert, erläßt darauf ein Dekret gegen die Mennoniten, in dem es heißt, dass „die Sekte der Wiedertäufer und Mennonisten den Seelen der Katholiken und Dissidenten höchst schädlich ... ist, ja zum größten Abscheu gereicht“. Der König ordnet dann die „sofortige Landesverweisung der ganzen Sekte aus allen königlichen Landen“.(36) Der Befehl wurde nicht ausgeführt, der Schaden fürs Land wäre zu groß gewesen. Schon bald folgte ein Gnadenprivileg. Mannhardt fügt ironisch hinzu, dass es zur Zeit der polnischen Könige „weder an Ausweisungsbefehlen noch an Gnadenprivilegien gefehlt“ habe.(37) Versuche, die Mennoniten zu erpressen kamen immer wieder vor, mal mit, dann auch wieder ohne Erfolg. Im Sommer 1670 forderte der Krakauer Kanonikus (Domherr) Zebrydowsky den Danziger Rat im Namen des Königs auf, von den Mennoniten eine Donation für den König zu erheben. Der Rat lehnte ab. Doch der Rat und die Beamten ließen sich ihren Einsatz zu Gunsten der Mennoniten gut bezahlen. Diese Ausgaben wurden mit Kollekten gedeckt. Der Gemeindeälteste Georg von Hansen schreibt nach einem erledigten schweren Fall: „Da die Sache bedeutende Ausgaben verursachte, so wurde um Fastnacht 1671 eine Collekte gehalten und von den Brüdern die Summe von 2466 fl. zusammengelegt. ... Weshalb wir nach gutem Ausgang der Sachen dem Rat von Danzig, aber insonderheit Gott dem Herrn zu danken haben“.(38) Nach einer anderen Gelegenheit schreibt der Gemeindeälteste Hansen: „... es kostete uns auch diesmal ein schweres Stück Geld, welches sehr hart für uns war aufzubringen, doch half Gott uns alles überwinden“.(39) Ein andres Mal heißt es auch: „Sie [die Beamten] ließen erkennen, dass sie was begehrten, zumal da ich bat sie möchten uns zu Gunsten sein, wir würden auch unsere Dankbarkeit beweisen. Zuerst stellten sie sich, als begehrten sie solches nicht, dann aber schickten sie zu Willem Dunkel und ließen vorgemeldete Dankbarkeit abholen, welche aus 210 fl. bestand“.(40) Wie aus den Aufzeichnungen von Hansen hervorgeht, hatten die Mennoniten recht oft „Dankbarkeitsgelder“ zu zahlen.(41) Damit konnten die Mennoniten dann ihr Recht gegen die Angriffe der Zünfte, der Kirchen und sogar gegen den König immer wieder einmal durchsetzen. Die Gegner der Mennoniten sahen die Dinge anders. So schreibt ein gewisser Wernick in einer Eingabe vom 26. Januar 1750 an den Rat, dass die Mennoniten nur darum „die Favoriten des Rates seien, weil sie einzelnen Mitgliedern desselben die Hände schmierten“. Die Mennoniten hätten auch die Schuld, dass es zwischen dem Rat und den Zünften zu Feindschaft komme. Weil sie nach ihren Religionsvorschriften den Eid verwerfen, können sie auch keine Bürger werden, maßen sich aber noch größere Freiheiten an als die wirklichen Bürger. Wernick fordert daher die Vertreibung der Mennoniten.(42) Dazu schreibt Mannhardt: „Dass Wernick am Hofe nichts weiter gegen die Mennoniten erreichte, mag seinen Grund darin gehabt haben, dass diese sich wieder in Holland beklagten, und dass der holländische Gesandte am polnischen Hofe sich zu ihren Gunsten verwendete“.(43) Die Mennoniten hatten sich vorher in Holland wegen der hohen Steuern beklagt, die ihnen auferlegt wurden wie den Fremden, die in Danzig Handel trieben.(44) Es ist nicht auszuschließen, dass bei allen diesen Verhandlungen öfter auch „Dankbarkeitsgelder“ an die Beamten des Rates der Stadt Danzig gezahlt wurden, eine Praxis, die auch in Paraguay nicht unbekannt ist. Trotz allem war Wernick diesmal erfolgreich in seiner Agitation gegen die Mennoniten. Unter seinem Einfluß erließ der Danziger Rat am 10. November 1749 ein Edikt, welches den Mennoniten in Danzig und seinen Vororten praktisch „das Handwerk legte“. Die Ausübung mehrerer Berufe (Branntweinschenker, Färber, Presser und Leineweber) wurde ihnen verboten. Dieses Edikt bedeutete für eine ganze Anzahl von Mennoniten den Ruin und die Nötigung zum Fortzug. Diese Beschränkungen hielten etwa zehn Jahre an und haben die Gemeinde in Danzig sehr geschwächt.(45) Im Jahre 1669 wurde in Danzig sogar die Frage aufgeworfen, ob ein „Mennonist“, weil er des Bürgerrechts seines Glaubens wegen unfähig sei, ein Schiffer sein könne. Bekanntlich gab es unter den Mennoniten viele Seeleute. Trotz der vielen Schikanen, denen die Mennoniten unterworfen wurden, haben sie sich durch Fleiß und Arbeitsamkeit und durch eine geschickte Politik über etwa 250 Jahre durchgesetzt. Als dann die Not den Höhepunkt erreicht hatte, kam der erlösende Ruf von Katharina II. nach Rußland zu kommen. Die ersten Mennoniten, die nach Rußland gingen, kamen fast ausschließlich aus Danzig.

4. Mennoniten und die Politik

Eine direkte Beteiligung an der Politik war für die Mennoniten in Polen wie in Preußen und Danzig undenkbar. Unter den Polen galten sie als geduldete „Gäste und Fremdlinge“, denen ihr Aufenthalt nur durch Privilegien möglich gemacht wurde. Unter den absoluten preußischen Königen erhielten die Mennoniten zwar als Bürger einen Rechtsstatus, aber Einmischung des kleinen Mannes bzw. des Bauern in die Politik des Landes war undenkbar. Die vorherrschende Staatsform in Europa und ganz besonders in Preußen im 17. und 18. Jahrhundert war der Absolutismus, in der der Monarch (König oder Fürst) „die unumschränkte Gewalt ausübte und den Staat in sich verkörperte“. Nach dieser Philosophie ist das Volk ignorant und weiß nicht, was gut für es ist. Es muß geführt werden. Verantwortungs- und Pflichtgefühl wurden von den Herrschern groß geschrieben. Sie waren bemüht, alles zu tun, was der Stärkung des Staates und der „Wohlfahrt“ des Volkes nützlich war. Sie herrschten absolut, ließen nur ihren Willen gelten und bevormundeten ihre Untertanen. Sie herrschten nach dem Prinzip: „Alles für das Volk, nichts durch das Volk“. Was immer geschah, geschah auf Anordnung des Fürsten (Königs). Hineinreden in seine Regierung, mitbestimmen durfte da niemand! Ebeling faßt dann die Regierungsform des Absolutismus, und als solche galt auch die aller preußischen Könige, in folgendem Merksatz zusammen: „So blieb ‘der Staat’ eine Angelegenheit, zu der ein Untertan ohne Beziehung lebte. Er gewöhnte sich daran, mehr oder weniger murrend hinzunehmen, was ‘von oben’ kam. Er blieb Befehlsempfänger ohne Interesse und eigene Verantwortung für das Ganze“.(46) Die Beteiligung der Mennoniten an der nationalen preußischen Politik war damit absolut ausgeschlossen. Die politischen Verhältnisse waren nicht dafür geschaffen. Nur auf der untersten sozialen Ebene war eine begrenzte politische Beteiligung als Deichschulze bzw. Oberschulze möglich. Dennoch bildeten die Mennoniten im preußischen Staate „etwas Besonderes“, und sie „wollten es auch sein“, führt Horst Penner aus.(47) Sie wollten nicht ein Staat im Staate sein, sondern die Aufgaben des Staates in der Gemeinde und durch die Gemeinde ausführen, d.h. den „Staat“ in die mennonitischen Gemeinden einbeziehen, wie es Calvin Redekopp treffend formuliert hat (1973 „A Staate within a Church“). Hier ein Beispiel: Als im Schwedenkrieg (1626-1630) der schwedische Reichskanzler Oxenstierna den Mennoniten des Kleinen Werders befahl, ihre Kriegsauflagen über den Deichgrafen des Werders zu zahlen, wollten sie von dem Deichgrafen keine Weisungen entgegengehen und baten, für das von ihnen kultivierte Gebiet zwei ihrer Ältesten wählen zu dürfen, die dem Deichgrafen gleichgestellt wären. Den Mennoniten wurde diese Bitte am 10. Mai 1628 gewährt. Penner faßt zusammen: „So hatten diese Ältesten ... neben der Aufsicht über ihren Deichverband, über Deiche, Schleusen, Entwässerungsgräben auch weitere Selbstverwaltungsaufgaben für ihr Gebiet zu übernehmen, wie sie dem Amt des Reichsgrafen auch zustanden“.(48) Auf Wunsch der Ältesten kam somit die weltliche Ordnung in die Gemeinde und wurde von ihnen kontrolliert. Parallel damit geschah auch eine Ausweitung der Macht des Ältesten - zunächst wahrscheinlich unbeabsichtet. Weiter fügt Penner hinzu: „Zur preußischen Zeit wird aus diesem niederländischen-mennonitischen Gebietsältesten der preußische Oberschulze. Das Amt des ‘Oberschulzen’ ist ja dann als eine Art weltliches Pendant zum geistlichen Ältesten in die mennonitische Selbstverwaltung in Rußland und Mittel- und Südamerika übernommen worden“.(49) Auf Wunsch der Ältesten war somit die „weltliche“ Verwaltung (sprich Politik) in die Gemeinde gekommen mit der Absicht, die Gemeindeglieder vor der Welt und der Politik zu schützen. Penner macht auf diesen Widerspruch mit den mennonitischen Glaubensprinzipien aufmerksam. Doch diese Beteiligung an der Verwaltung auf lokaler Ebene war auch damals schon umstritten. Penner gibt dann auch zugleich ein Beispiel, wo Gemeinden im Danziger Gebiet nicht willig waren das Schulzenamt zu übernehmen, so dass der Danziger Rat sich gezwungen sah, in den Gebieten, wo die Mennoniten die überwiegende Mehrheit bildeten, einen Erlaß herauszugeben, der die Mennoniten dazu verpflichtete, das Schulzenamt zu übernehmen. Darauf bestimmte der Älteste Georg Hansen von der Danziger flämischen Gemeinde, „dass auf dem Lande, wo es nicht zu umgehen sei, öffentliche Ämter angenommen werden könnten“.(50) Die Mennoniten gewöhnten sich schnell an die neue Situation und an das Schulzenamt, an dem sich zunächst einige Gemeinden nicht beteiligen wollten. Es brachte ihnen sichtbare Vorteile. Als sie dann einige Jahrzehnte später im Schulzenamt von den Lutheranern diskriminiert werden, richten die Mennoniten eine „Supplikationsschrift“ (1720) an das Königliche Ökonomieamt in Marienburg, „dass sie bei der Schulzenwahl mit den Lutheranern gleichberechtigt zu werden wünschten“.(51) Die Bitte wird ihnen gewährt. Dazu macht Penner folgende Bemerkung: „Die Führung des Schulzenamtes scheint den mennonitischen Grundsätzen auf den ersten Blick zu widersprechen. Sie läßt sich irgendwie aber doch mit den oben genannten Grundsätzen vereinbaren, wenn nur ein mennonitischer Schulze Vorstand einer mennonitischen Dorfschaft ist“.(52) Penner setzt dabei voraus, dass dieser Schulze in Streitfragen dem „Kirchenvorstand“ oder der „Brüderversammlung“ unterstellt ist, wo Streitigkeiten im brüderlichen Geiste entschieden werden. Fälle, die sonst vor ein Zivilgericht kamen, wurden bei den Mennonitengemeinden vor den Ältesten, die Prediger oder auch vor die Bruderschaft gebracht. Die Mennoniten hatten nicht das „weltliche Schwert“ des Richters, aber das vielleicht wirksamere der „Absonderung von der Gemeinde“.(53) Nach diesem Prinzip handeln noch heute die bei uns so genannten mexikanischen Gemeinden. Dies war der Stand in den preußischen Gemeinden, als es um 1788 zur Auswanderung nach Rußland kam, wo das Selbstverwaltungssystem zum eigenen Nutzen unter räumlicher Trennung perfektioniert wurde. In Paraguay wird dieses System bis heute in leicht veränderter Form weitergeführt.

Doch wie entwickelte sich die Einstellung der Mennoniten in Preußen zum Staat, möchte sicherlich der eine und andere noch wissen. Kurz gesagt, ganz anders als in Rußland. Grundsätzlich verschiedene Gegebenheiten formten unter den Mennoniten verschiedene Einstellungen zu Staat und Politik. Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) war den Mennoniten wohlgesonnen. Aber gerade unter seiner Regierung erfolgte 1803/4 der Landfrage wegen die zweite große Auswanderungswelle der Mennoniten aus Preußen nach Rußland (Molotschna­kolonie), und Preußen wurde in schwere Kriege verwickelt. 1806 wurde Preußen von Napoleon besiegt. 1812 marschierte er in Rußland ein und erlebte dort die furchtbare Niederlage, - der Anfang seines Endes. Der große Befreiungskrieg, der nun folgte, wurde von den Mennoniten in Preußen mit großen Spenden unterstützt. Einzelne Mennoniten, von der Freiheitseuphorie ergriffen, gingen freiwillig zum Militär. Zunächst galten diese gemäß dem mennonitischen Glaubensprinzip der Wehrlosigkeit ab sofort nicht mehr als Mennoniten. Doch diese Einstellung änderte sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte. Die Mennoniten in Preußen haben sich nach und nach in die preußische Gesellschaft integriert. Wie schon weiter oben dargestellt konnten die Mennoniten die Wehrdienstbefreiung noch einige Jahrzehnte aufrecht erhalten. Das Gesetz vom 9. November 1867 und seine Abmilderung in der „Kabinettsorder“ vom 3. März 1868 führten dazu, dass sich die Mennoniten fortan der Dienstpflicht fügten, zunächst in Form eines Alternativdienstes, dann aber auch schon bald im aktiven Wehrdienst. Die Entscheidung überließ die Gemeinde dem jeweiligen Gemeindeglied. Zwei Faktoren haben die Mennoniten in ihrer Geschichte in ihrer Einstellung zum Staat und zur Beteiligung an der Politik entscheidend beeinflußt: die Glaubensprinzipien auf der einen Seite, auf der anderen die Umwelteinflüsse und die politischen Gegebenheiten. Dabei ist nicht immer klar ersichtlich, welcher der Faktoren stärkere Auswirkungen auf die Entscheidungen der Mennoniten hatte.


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Fussnoten:
Lehrer und Archivar am Instituto Bíblico Asunción.
Z. Bsp. Horst Penner: „Die Ost- und Westpreußischen .Mennoniten“, 1978.
1955, S. 100 und 105.
1984, S. 70.
vgl. Postma 1958, S. 45.
Penner 1978, S. 47 und Fußnote 20a S. 371.
Bd. I, S.392.
Penner 1984, S. 70-71.
Penner 1978, Kapitel 6.
„Dankbarkeitsgelder“ nennt sie Mannhardt 1919, S. 84-87.
Mennonitisches Lexikon IV, S. 506 oder „Holländereien“ Unruh 1955, S. 111.
Unruh 1955, S. 130.
Mennonitisches Lexikon IV, S. 506.
1983, S.105.
vgl. Epp 1889/1984, S. 30-33.
1978, S. 160.
1978, S. 161.
Penner 1978, S. 161.
ebd., S. 161.
Penner 1987, S. 162.
ebd., S. 162.
ebd., S. 162-163.
1978, S. 163.
ebd. S. 163.
ebd. S. 163-164.
Penner 1978, S. 165.
ebd., S. 165.
Mannhardt 1863, S. 120-121.
Borschardt/Murawski o.D. S. 138; vgl. Schoeps 1968, S. 157.
ebd., S. 138; Schoeps 1968, S. 158.
Mannhardt 1863, S.132; Warkentin 1993, S. 130.
Mannhardt 1863, S. 136.
ebd., S. 139.
ebd., S. 137 und 150 f.
Mannhardt 1919, S. 34.
ebd., S. 66-67.
ebd., S. 64-65.
Mannhardt 1919, S. 74.
ebd., S. 78.
ebd., S. 78.
ebd., S. 84-87.
ebd., S. 97.
ebd., S. 97.
ebd., S. 84-85.
Mannhardt 1919, S. 97-99.
Ebeling/Birkenfeld 1978, S. 93.
1978, S. 166.
Penner 1978, S. 166.
ebd., S. 166-167.
Penner 1978, S. 167.
ebd., S. 167.
ebd., S. 167-168; vgl. Bender 1939.
ebd., S. 168.