Deckel des Jahrbuches 2013 Begleitwort zu dieser Nummer | Jahrbuch 2013

Vorwort
Begegne Menschen, und du erschließt eine neue Welt.
Liebe Mitglieder des Vereins für Geschichte und Kultur der Mennoniten
in Paraguay, werte Geschichtsfreunde!
Wir freuen uns, wieder ein Jahrbuch präsentieren zu dürfen, das sehr inhaltsreich,
lehrreich und von der Thematik her aktuell ist und alle Gesellschaftsschichten
anspricht.
Wenn es stimmt, dass Geschichte ein Schlüssel zum Charakter einer Gesellschaft
ist, dann ist es sehr wichtig, dass wir uns auch immer wieder
Gedanken über unsere eigene Geschichte machen. Und es ist damit auch
richtig, dass wir Symposien organisieren, um durch solche Veranstaltungen
auf unsere Geschichte zurückzuschauen. Denn wenn wir uns bemühen,
nicht nur zu lesen, um uns zu unterhalten, sondern auch um zu forschen
und zu analysieren, können wir den Charakter unserer Gesellschaft,
in der wir heute leben, tiefer erfassen. Es eröffnet uns Möglichkeiten,
die Zukunft gewissermaßen vom gegenwärtigen Standpunkt aus
zu planen, im Vertrauen darauf, dass Gott uns darin Richtung weisend
beeinflussen wird.
Das Symposium am 31. Mai und 1. Juni 2013 in der Bethel-Kirche in
Loma Plata, Kolonie Menno, sollte uns Einblicke in einen wichtigen Bereich
der Mennoniten, vor allem in Paraguay, aber auch darüber hinaus,
verschaffen.
In den Vorträgen befassten wir uns konkret mit dem Gesamtthema der
„Erschließung und Begegnung im Siedlungsmennonitentum Paraguays“.
Hier können Sie, lieber Leser, den Wortlaut der Vorträge sowie
die Stellungnahmen dazu lesen. Wir hoffen, dass diese Texte für Sie aufschlussreich
sind und Ihnen die Entwicklung der Mennonitenkolonien in
Paraguay bis in die Gegenwart hinein ein Stück deutlicher wird.
Bei den Planungen zum Symposium haben wir festgestellt, dass die Be6
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trachtung dieses Themas uns ermöglicht, Schlussfolgerungen daraus für
unser Zusammenleben in einer multikulturellen Welt heute ziehen zu
können. Wir wollten auch mehr erfahren über die verschiedenen Formen,
wie sich Erschließung und Begegnung im Laufe der Geschichte Paraguays,
und in dem Zusammenhang auch der Mennoniten gestaltete. Die
Erwartungen, an den zwei Tagen des Symposiums aufschlussreiche Informationen
dazu zu erhalten, wurden teilweise weit übertroffen.
Begegnung der Kulturen und Landbesitz ist für uns Mennoniten, die wir
traditionell zu den Landbewirtschaftern gehören, von großer Bedeutung.
Welche spezifischen Auswirkungen hat der Landbesitz in der Vergangenheit
gehabt, und wie kann er sich in Zukunft zeigen?
Durch unsere Aktivitäten als Geschichtsverein versuchen wir darüber
hinaus, Menschen zu motivieren, ihre „Schreibkunst“ zu pflegen und sich
auch durch das Jahrbuch bekannt zu machen. Eine besondere Ehre ist es
für uns, wieder einmal eine Kurzgeschichte des Pionierschriftstellers der
Mennoniten in Paraguay Peter P. Klassen veröffentlichen zu können.
Herzlichen Dank sagen wir auch den anderen Verfassern der Beiträge im
kulturellen Teil!
Ich hoffe, dass wir durch dieses Buch auch Leser motivieren können,
über unsere Vergangenheit nicht nur in Paraguay nachzudenken und zu
schreiben, um daraus Schlussfolgerungen für die Gestaltung der Gegenwart
und Zukunft zu ziehen.
Ich bedanke mich im Namen des Vorstands des „Vereins für Geschichte
und Kultur der Mennoniten in Paraguay“ und der Schriftleitung des Jahrbuches
ganz herzlich für die Beiträge, die dieses Buch lesenswert
machen, vor allem auch, weil es eine wichtige Quelle zu brandaktuellen
Themen der mennonitischen Gesellschaft in Paraguay und darüber hinaus
ist.
Uwe Friesen, Vorsitzender


Jakob Warkentin