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Anglikanische Mission
Die South American Missionary Society der anglikanischen Kirche in England begann im Jahre 1888 die missionarische Arbeit unter den Indianern im paraguayischen >Chaco. Der erste Missionar war Adolphus Henriksen. Der bekannteste der vielen Missionare, die im Laufe der Jahre kamen, ist Wilfrid Barbrooke >Grubb (1865 - 1930). Oft wird diese Arbeit mit ihm identifiziert. Da er den Chaco Paraguays sowie andere Gebiete Südamerikas durchquerte und die Indianer aufsuchte, um ihnen zu helfen, wird er auch als der “Livingstone Südamerikas” bezeichnet. Die paraguayische Regierung verlieh ihm den Titel Pacificador de los Indios (Friedensstifter der Indianer) in Anerkennung seiner Bemühungen um die Indianer im Chaco. 1897 überlebte er ein Attentat, das ein Indianer gegen ihn verübte.
Von Concepción aus drangen die englischen Missionare westwärts in den Chaco ein und gründeten im Laufe der Jahre eine Reihe von Missionsstationen zunächst unter den Süd-Lenguas (heute Énxet). Die bekannteste unter ihnen, die zum Zentrum der gesamten Arbeit wurde, ist Makthlawaiya (gegründet 1907, heute Makxawáya, auch als englische Mission bekannt). Sie liegt etwa 90 km (Luftlinie) vom Río Paraguay entfernt auf der gleichen Höhe wie Concepción.
Einen starken Rückschlag erlitt die Mission während der Zeit des >Chacokrieges. Mehrere ihrer Stationen mussten aufgegeben werden. Als 1935 Mennoniten in >Fernheim das Missionskomitee >Licht den Indianern gründeten und die Arbeit unter den Lenguas aufnahmen, setzten sich die Missionare in Kontakt mit den Missionaren der englischen Mission auf Makthlawaiya, um von ihnen Informationen über die Kultur der Lenguas zu bekommen, vor allem aber, um sich von ihnen schriftliches Material in der Indianersprache zu holen, um so die Sprache leichter zu erlernen und den Indianern das Lesen und Schreiben beibringen zu können.
Nikolai >Siemens schrieb im Dezember 1936 im >Mennoblatt: Zur englischen Mission reisten in diesen Wochen der Vorsitzende unseres Missionsbundes, Br. G. B. >Giesbrecht und unsere Missionsgeschwister A. >Ratzlaff. Der Zweck dieser Reise soll sein, in nähere Fühlung mit diesem 40jährigen Missionswerk zu treten, um mit der Art und Weise der Arbeit unter den Indianern (es sind ebenfalls solche vom Stamme der Lenguas) mehr vertraut zu werden. Durch jene Mission, die auf drei verschiedenen Stationen ihr Arbeitsfeld hat, sind schon eine ganze Anzahl von Heiden christianisiert. Man hat dort Kirchen, Schulen, Hospital, Typographie und dgl. Anstalten, und die Missionsarbeiter beherrschen alle die Eingeborenensprache.
Die Entfernung von unserer >Kolonie bis zur nächsten Station beträgt an 200 km. Da man per Ochsenwagen reist, so dürfte es 3 Wochen in Anspruch nehmen. In den Festtagen erwarten wir die Geschwister wieder in der Kolonie. Dass die Reise zum wirklichen Segen für unser junges Missionswerk ausfalle, ist unser innigster Wunsch!
Im Winter 1937 hielt sich Missionar Gerhard Giesbrecht für eine längere Zeit auf der englischen Mission auf, um seine Kenntnisse der Lenguasprache und -kultur zu vertiefen. Auf seiner Reise zurück zu den Kolonien nahm er einen Lenguachristen mit, der helfen sollte, die Lenguas im Gebiet der >Mennonitenkolonien zu evangelisieren – leider nicht mit dem gewünschten Resultat. Auch in der Folgezeit gab es gelegentliche Kontakte und Austausch zwischen den Mennoniten und den Anglikanern.
Gerhard Ratzlaff
Barbrooke W. Grubb: Un pueblo desconocido en tierra desconocida; Original en inglés: An unknown people in an unknown land. Asunción, Paraguay: Universidad Católica, Biblioteca Paraguaya de Antropología, 1992; R. J. Hunt: The Livingstone of South America: The Life and Adventures of W. Barbrooke Grubb among the wild tribes of the Gran Chaco in Paraguay, Bolivia, Argentina, the Falkland Islands and Tierra de Fuego. London, 1933; Gerhard Giesbrecht: Mennoblatt 7 (1936) 7, S. 2; Gerhard Giesbrecht: Mennoblatt 8 (1937) 7, S. 3; Gerhard Giesbrecht: Mennoblatt 8 (1937) 9, S. 2-4; Nikolai Siemens: Mennoblatt 23 (1952) 12, S. 3; Wilmar Stahl: Mennoblatt 47 (1976) 21, S. 2-4; Interview von Wilmar Stahl mit Peter Faulkner, Missionar der anglikanischen Mission.

   
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