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Bruderschaft

Als Bruderschaft, auch Bruderberatung genannt, bezeichnete man die Versammlung der männlichen Mitglieder einer >Gemeinde. Sie wurde einmal im Jahr oder nach Bedarf auf Einladung des Ältesten (>Ältestenamt) nach vorheriger Absprache mit dem ganzen Lehrdienst zur Beratung von Gemeindeangelegenheiten einberufen. Die Bruderberatungen begannen mit dem Singen von zwei Liedern. Es folgten Einleitung und Gebet vom Ältesten, eine Kurzpredigt zum Tagesthema, Beratungen und der Schluss mit einem Lied und Gebet und dem Segenswunsch des Ältesten. Wenn es heiße Diskussionen gab, die nicht enden wollten, dann wurde auch inzwischen einmal ein Lied vom Ältesten angesagt und von der Versammlung gesungen, um die Gemüter zu beruhigen.
Das Programm für die Bruderberatung wurde auf einer vorherigen Lehrdienstsitzung geplant. So heißt es z. B. in einem Protokoll einer Prediger-(Lehrdienst-) Sitzung in >Menno vom 14. Juni 1956: Es wurde geeinigt, der Bruderschaft, auf einer Bruderberatung, welche stattfinden soll am 7. Juli (Sonnabend) in der Kirche zu Weidenfeld, beg. 9 Uhr morgens, bekannt zu geben, und aufzuklären über den Bau und Plan der Bibelschule. Gemeint ist hier die Fortbildungsschule, die von einem Verein oder Interessenkreis ins Leben gerufen wurde und nicht der Bruderschaft unterstellt war.
Die Bruderschaften wurden in einer Kirche der >Kolonie abgehalten. In Menno fanden sie anfangs in der Kirche in Osterwick, später auch in der nächstgrößeren Kirche in Weidenfeld statt. Ab 1963 wurden die Bruderschaften Nordmennos nur noch in der größeren neuen Kirche in >Loma Plata abgehalten.
Auf den Bruderschaften kamen zur Behandlung: >Gemeindedisziplin, Bann oder Ausschluss von ungehorsamen Gemeindegliedern, Kirchbauten, Jahresabrechnung der Gemeinde, Lehrdienstwahlen, Schulfragen, während des >Chacokrieges mit Bolivien auch Fragen, wie die Gemeinde sich dem Militär gegenüber verhalten sollte, Indianerangelegenheiten, Gebrauch alkoholischer Getränke und Handel derselben etc.
Ende der Bruderschaften in Menno: Nachdem die große Mennogemeinde in den 1970er und 1980er Jahren in viele Lokalgemeinden aufgeteilt worden war, gab es die Bruderberatungen nicht mehr. Jede Gemeinde führte nach und nach Gemeindestunden ein, die meist einmal im Monat mit Brüdern und Schwestern zusammen abgehalten werden.
Andreas F. Sawatzky

   
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