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Dorfstrukturen

Das Straßendorf ist eine der häufigsten mennonitischen Dorfstrukturen. Die Mennoniten in Preußen kannten es bereits, wenn auch in eingeschränkter Form. Es entsprach am besten dem Gemeinschaftssinn der Gemeinde, und es wurde ihnen von manchen Gutsherren erlaubt, in deren Pacht sie lebten. Häufiger war dort das Marschhufendorf, wo die Hufen der einzelnen Höfe bis an den Deich reichten, um ihn so besser überwachen zu können. Oft wohnten die Mennoniten im Weichselland auch auf Einzelgehöften.
In den Steppen Russlands bis nach Sibirien setzte sich dann das Straßendorf durch, obwohl es auch Einzelgehöfte, Chutor genannt, gab.
Bei den Mennoniten in Paraguay ist das Straßendorf die einzige Form einer Siedlung. Sie entspricht auch der ebenen Landschaft. Dabei handelt es sich meist um ein zweireihiges Dorf, wo an beiden Seiten der Dorfstraße die Höfe liegen. Dahinter dehnen sich die Felder in verschiedener Größe aus. Seltener ist das einreihige Dorf.
Die Mennoniten in Brasilien passten sich mit ihren Siedlungen der jeweiligen Landschaft an, sowohl im gebirgigen Santa Catarina bei der Einwanderung (Alt-Witmarsum), als auch in den Neusiedlungen in Rio Grande do Sul (Colonia Nova) und in Paraná (Witmarsum), wo das Gelände uneben ist.
Peter P. Klassen
W. Ebert: Ländliche Siedlungsformen im deutschen Osten. Leipzig, 1936; Peter P. Klassen: Die Mennoniten in Paraguay. Reich Gottes und Reich dieser Welt. 2. erweiterte Auflage. Bolanden-Weierhof: Mennonitischer Geschichtsverein e.V., 2001; Peter P. Klassen: Die russlanddeutschen Mennoniten in Brasilien Band 1. Bolanden-Weierhof, 1995; Horst Penner: Die ost- und westpreußischen Mennoniten. Karlsruhe, 1978.

   
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