Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Funk, Abram
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Funk, Abram

Abram Funk (1927 - 2006) wurde am 24. Dezember 1927 in Felsenbach, Russland, geboren. Am 4. September 1949 wurde er in der >Kolonie >Fernheim, Paraguay, getauft. Später wurde er in die >Mennonitengemeinde >Volendam aufgenommen. Am 3. Februar 1950 heiratete er in Volendam Käthe Martens.
Abram Funk verließ schon in jungen Jahren, am 26. Juli 1943, mit zwei Schulkameraden sein Heimatdorf in Russland, um in Deutschland zu studieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wegen des Krieges konnte er aber dann doch die Landwirtschaftsschule in Oldenburg besuchen. Er wurde auch als Soldat in den Krieg eingezogen. Als er nach dem Krieg entlassen wurde, nahm er seine Ausbildung wieder auf und konnte sie auch abschließen.
1948 verließ er Deutschland. In Paraguay siedelte er in Volendam im Dorfe Waldheim Nr. 2 an und hat sich aktiv am Aufbau und an der Entwicklung der Kolonie beteiligt. Er wechselte seinen Beruf und besuchte 1949 das >Lehrerseminar in Filadelfia, Fernheim. 27 Jahre ist er als Lehrer in Volendam im Schuldienst tätig gewesen. Einige Jahre hat er den Posten des Schuldirektors bekleidet und später, als er selbst nicht mehr unterrichtete, wurde er zum >Schulrat gewählt.
Er war der Mitbegründer der >Allgemeinen Schulbehörde der >Mennonitenkolonien in Paraguay, dessen Vorsitzender er auch während mehrerer Jahre war. Außer seinem Schuldienst hat Abram Funk noch viele andere Dienste wahrgenommen. Er war er im Kolonieamt tätig, zwei Jahre als >Oberschulze und mehrere Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Als Vertrauensperson der deutschen Botschaft hat er für viele Volendamer die deutsche Staatsangehörigkeit und für die Kriegsgeschädigten die deutsche Rente oder den Lastenausgleich erwirkt. Eine Zeitlang war er in der Apotheke unseres Krankenhauses beschäftigt und später war er längere Zeit Hausvater des Krankenhauses. Seit 1959 war er Standesbeamter. Dieses Amt hat er bis zum Beginn seiner Krankheit im Jahre 2000 ausgeübt. Er diente der Gemeinde längere Zeit als Sonntagsschullehrer und Leiter des Sonntagsschulkomitees. Er sang im Gemeindechor mit und in den Anfangsjahren war er auch kurze Zeit >Prediger. Abram Funk hat viele Aufgaben in der >Kolonie verrichtet, doch bis zuletzt galt sein ganzes Interesse der Schule. Es verging kaum ein Tag, an dem er nicht die Schule erwähnte.
Am 27. Juli 2000 erlitt er einen Herzinfarkt und auch einen Gehirnschlag, so dass er von seinen Aufgaben zurücktreten musste. Es fiel ihm schwer, in den Ruhestand zu treten, und er pflegte zu sagen: Ich bin wohl im Ruhestand, aber ruhig bin ich noch lange nicht.
Am 21. Januar 2006 verstarb er ganz plötzlich im Altenheim “Abendruh”, in das er zehn Tage zuvor umgezogen war. Seine Frau Käthe starb acht Tage nach ihm.
Erna Kröker
Lebenslauf von Abram Funk – geschrieben von seiner Tochter Rita Kliewer.

   
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