Lexikon der Mennoniten in Paraguay - Kinderfest
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Kinderfest

Seit Beginn der Sonntagsschule gehört das >Kinderfest dazu. Kinder, die die Sonntagsschule besuchten und bis zum 1. Juli 14 Jahre alt wurden, sollten einen Spruch bekommen als Andenken an die Sonntagsschule. Das musste gefeiert werden.
Kinderfeste zu feiern wurde auf der ersten Zusammenkunft aller Sonntagsschullehrer am 15. Februar 1931 in Kleefeld, Fernheim, beschlossen.
In den Jahren der Ansiedlung wurde das Kinderfest in einem Dorf oder auf einem >Kamp veranstaltet. Die Kinder mehrerer Dörfer kamen mit ihren Lehrern und vielen Besuchern auf einer Wiese zusammen, sangen Lieder, trugen Gedichte vor und sagten Bibelverse auf. Auf das Erlernen von Bibelversen wurde großes Gewicht gelegt. Die Anzahl der Verse richtete sich nach dem Alter. Wer sie auswendig konnte, erhielt eine kleine Belohnung.
Kinder, die bis zum 1. Juli das vierzehnte Lebensjahr erreicht hatten, erhielten einen “Spruch”, d. h. ein Wandbild mit einem Bibelvers. In einer kurzen Predigt gab man diesen Austretenden einige wichtige Ratschläge für ihr weiteres Leben mit.
Dann wurde viel gespielt, wozu die Sonntagsschullehrer verschiedene Spiele vorbereitet hatten. Mit einem gemeinsamen Mittagessen schloss das Fest ab.
So ist das Kinderfest zu einer jährlichen Tradition geworden. Es wird in allen einzelnen Bezirken gefeiert. Aus verschiedenen Gemeinden bereiten Sonntagsschullehrer und Kinder das Fest vor. Das verbindet miteinander. Heute hat jeder Bezirk die Form seiner Feier gefunden.
Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert. In >Filadelfia ist das Kinderfest zu einem Gottesdienst geworden, der von der Sonntagsschule gestaltet wird. Spiel und Essen werden an anderen Sonntagen mit den einzelnen Klassen durchgeführt. In einem Bezirk dagegen hält man den Eltern, während die Kinder spielen, einen Vortrag über Kindererziehung.
Früher erhielten die 14-Jährigen den Spruch. Heute sind die Schüler der sechsten oder der siebten Klasse die Austretenden. Der Spruch ist für viele zum Leitvers ihres Lebens geworden.
Hedwig Flaming

   
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