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Mariscal Estigarribia

Mariscal Estigarribia heißt ein kleines Städtchen, das ca. 80 km nordwestlich von Filadelfia an der Ruta Transchaco liegt. Diese Chacoortschaft war lange Zeit das Hauptquartier der politischen Verwaltung des ganzen mittleren und westlichen Teils des Chacoterritoriums und hatte für die >Kolonien im >Chaco eine Vermittlerrolle zur paraguayischen Gesellschaft und Politik.
Das Städtchen entstand ca. 1925 als bolivianischer Militärposten. Es lag auf dem Territorium der >Nivaclé-Indianer, welche die ergiebige Wasserstelle Toishivôyish benannt hatten, was soviel bedeutet wie Schlucht oder Flussbett. 1931 unternahm der deutsche Geograph Hans Krieg von Fernheim aus eine Reise, um dieses damals so genannte >Fortín Camacho zu erreichen. Aber er musste aufgrund von fehlenden Wegen und Wassermangel umkehren. Im Krieg zwischen Bolivien und >Paraguay bildete das Fortín zuerst einen wichtigen bolivianischen Stützpunkt, wurde aber im Januar 1934 vom paraguayischen Heer erobert und bald zum Zentrum seiner militärischen Operationen gemacht. Zuerst umbenannt in López de Filipis, erhielt es 1940 den Namen des verstorbenen Heeresführers Mariscal José Félix >Estigarribia. Da während des Krieges ein ziemlich reger Handel zwischen mennonitischen Siedlern und dem Militär eingesetzt hatte, fuhr man ab Mitte der dreißiger Jahre regelmäßig nach “Mariscal”, um Waren zu verkaufen oder zu vertauschen.
Administrativ gesehen, bestand eine rege Korrespondenz zwischen den Kolonien und der Militärregierung. Schulausflüge dorthin waren schon in den fünfziger Jahren beliebt. Für viele Kinder war es die erste Berührung mit der paraguayischen Kultur wie auch mit der katholischen Kirche und Mission im Chaco. Unter der Regierung von Alfredo >Stroessner wurde die Garnison zur zivilen Stadt erklärt. Seitdem ist die militärische Präsenz langsam abgebaut worden, der zivile Teil der Stadt ist gewachsen. Die Bevölkerung (2007) zählt ca. 2.500 Einwohner.
Durch missionarische Tätigkeit der >Mennonitengemeinde Fernheims ist dort eine evangelische Gemeinde mit Namen “Efata” entstanden.
Gundolf Niebuhr.
Gundolf Niebuhr: Mariscal Estigarribia y Filadelfia – una historia compartida. [Masch. Schrift] 2003.

   
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