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Mehlkredit

Als die kanadischen Mennoniten nach Paraguay auswanderten, wurde eine Möglichkeit gesucht, damit alle, die auswandern wollten, aber nicht die Mittel dazu besaßen, auswandern konnten. Es wurde ein Fonds geschaffen, in den die Bemittelten in freiwilliger Form Geld einzahlten. 50.000 US$  kamen zusammen.
Davon wurden 43.000 US$ für die Reisekosten verwendet. Die Kreditnehmer erhielten eine Zahlungsfrist von fünf Jahren. Der Rest wurde benutzt, um während der langen Wartezeit in >Puerto Casado und in den weiteren >Siedlerlagern Mehl einzukaufen, so dass viele der Kreditnehmer auch den “Mehlkredit” in Anspruch nahmen, um überhaupt in Paraguay bleiben und überleben zu können. Aus dieser Kreditkasse, einer Gemeindekasse, wurden Mehlhäuser in Puerto Casado und >Pozo Azul gebaut. So konnte Mehl direkt von Buenos Aires in großen Mengen eingekauft werden, was viel kostengünstiger für die Einwanderer war als durch die Vermittlung der Casado-Gesellschaft.
Als die >Kolonie >Menno dann angelegt worden war, hatten viele Bürger noch über Jahre hinweg Zahlungen vom Mehlkredit zu erledigen. Bei denen, die ständig zahlungsunfähig blieben oder die starben, ohne die Zahlungen machen zu können, wurden nach einer längeren Wartezeit mit Unterstützung des >Chortitzer Komitees und der Kolonieversammlung die Mehlschulden auf Kosten der Gemeinschaft gestrichen.
Uwe S. Friesen
Martin W. Friesen: Neue Heimat in der Chacowildnis. 2. Auflage. Asunción: Imprenta Modelo, 1997, S. 477-478.

   
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