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Mennonite Economic Development Associates

Mennonite Economic Development Associates (MEDA) ist eine Vereinigung von christlichen Geschäftsleuten in den Vereinigten Staaten und Kanada, die in dem Wunsch, ihren christlichen Glauben zum Ausdruck zu bringen, wirtschaftliche Programme und Projekte unterstützen, um weniger bemittelten Menschen zu helfen, sich selber zu helfen. Man will also nicht Almosen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe geben.
MEDA wurde 1953 von mennonitischen Berufs- und Geschäftsleuten in den USA gegründet, um den Glaubensgeschwistern in >Paraguay wirtschaftlich zu helfen. Die >Mennoniten in Paraguay waren arm und wussten nicht, wie sie aus dieser Armut herauskommen könnten. Sie hatten aber fähige Leute und auch solche, die in Russland eigene Unternehmen verwaltet hatten. Es fehlten ihnen jedoch die Mittel, um ein eigenes Unternehmen in Paraguay zu gründen. Geldanleihen durch die Banken waren damals noch nicht möglich. Auch wäre das Risiko wohl zu groß gewesen.
Das >MCC hatte für die Fernheimer bereits sehr viel investiert: die Reise von Deutschland nach Paraguay finanziert, in Paraguay beim Landkauf, bei der Ansiedlung und beim Aufbau der Gemeinschaft entscheidende finanzielle Hilfe geleistet. >Fernheim war weitgehend ein MCC-Projekt, aber seine finanziellen Mittel waren begrenzt. Aus diesem Grunde motivierte das MCC mennonitische Geschäftsleute in den USA, den Fernheimern wirtschaftlich zu helfen.
Im Jahr 1952 flogen mehrere amerikanische Unternehmer bzw. Fachleute (The flying Mission, Die fliegende Mission genannt) nach Paraguay, um die wirtschaftliche Lage der Mennoniten zu untersuchen. Sie fanden, dass es in Fernheim motivierte und fähige Leute gab, die in der Lage waren, ein Unternehmen aufzubauen und zu führen. Zurück in den USA, gründeten sie am 10. Dezember 1953 MEDA, den Verein christlich motivierter Unternehmer. Der Plan für Paraguay sah vor, mit einzelnen Mennoniten in Paraguay gemeinsam ein Unternehmen zu gründen. MEDA würde als Partner die Finanzierung des Projektes übernehmen und der Partner in Paraguay sollte das Geschäft führen. Sobald das Geschäft einen Gewinn einbrachte, würde der paraguayische Partner seinen MEDA-Partnern den geliehenen Teil zurückzahlen und damit zum eigenständigen Besitzer des Betriebes werden.
Auf dieser Basis wurden in Fernheim folgende Unternehmen gegründet: Sarona, ein Milchproduktionsprojekt; Sin-fin, eine Ledergerberei; Fortuna, eine Schusterei. Andere Unternehmen folgten, sowohl in Fernheim als auch in >Volendam und weitere Projekte mit den Indianern im >Chaco. Nicht alle Projekte waren erfolgreich, doch trugen sie zum wirtschaftlichen Aufschwung der Mennoniten bei. Die relativ erfolgreichen Experimente in Paraguay motivierten die amerikanischen Geschäftsleute, ähnliche Projekte in anderen Kontinenten und Ländern durchzuführen.
In Paraguay wurde im Jahr 1996 MEDA-Paraguay gegründet, geführt von mennonitischen Geschäftsleuten in Paraguay, das auf den Prinzipien von MEDA-USA basiert und an dem sich auch nordamerikanische Investoren beteiligen, immer nach dem Prinzip, anderen zu helfen, sich selber zu helfen. In diesem Sinne wurde im Departamento Caaguazú eine Mandiokastärke-Fabrik, CODIPSA 1, im Werte von US$ 747.000 aufgebaut. Diese Fabrik hat eine Verarbeitungskapazität von 100 Tonnen Mandioka pro Tag. Damit erhielten etwa 750 bis 800 Familien eine Einnahmequelle für ihren Lebensunterhalt. Eine zweite Fabrik, CODIPSA 2, wurde im März 2006 eingeweiht und in Betrieb genommen. Im Chaco hat man ein Holzkohlenprojekt, DIRSSA, für die Indianer in Gang gesetzt. Die Holzkohle wird nach Europa exportiert.
Seit August 2005 hilft MEDA-Paraguay beim Aufbau einer Kooperative (Genossenschaft) bzw. einer neuen Siedlung von mexikanischen Mennoniten in der Gegend der >Kolonie >Rio Verde, die im Bereich Landwirtschaft und Milchproduktion tätig sind. Viehzucht soll in nächster Zukunft dazu kommen. Zu diesem Zweck wurden 1.800 Hektar Land erworben. Die Zukunft sieht viel versprechend aus.
Seit 2002 gibt MEDA-Paraguay eine eigene periodische Publikation heraus: MEDA-PARAGUAY JOURNAL.
Gerhard Ratzlaff
Joseph W. Fretz: The Meda Experiment: Twenty-five years of Economic Development. Waterloo, Ontario: Conrad Press, 1978; Marketplace: A Journal for Christian in Business, Winnipeg. Stichwort “Mennonite Economic Development Associates” in: Cornelius J. Dyck und Dennis D. Martin: Mennonite Encyclopedia, V. Scottdale, Pennsylvania: Herald Press, 1990, S. 570-571; Michael Rudolph: Mennoblatt 75 (2004) 22, S. 3-6; MEDA-PARAGUAY JOURNAL.

   
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