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Palo Blanco

Palo Blanco ist der Name eines der >Siedlerlager der kanadischen Mennoniten, die 1927/1928 im paraguayischen >Chaco ansiedelten.
In Palo Blanco ließen sich im September 1927 elf Familien der >Bergthaler Gruppe nieder. Hier in der trostlosen Dürre war vor allem das Fehlen von Trinkwasser ein Problem, denn das Wasser des Brunnens war von schlechter Qualität und der Wassertümpel trocknete aus. Die Siedler suchten nach Wasser und fanden auch eine Süßwasserstelle, die sie mit großer Dankbarkeit erfüllte, da sie so vor dem Verdursten gerettet wurden. Ältester Aaron Zacharias sprach Dankesworte und gemeinsam sang man Danklieder.
An dem Ort starben acht Einwanderer, die dort auch begraben wurden und zu deren Andenken ein Gedenkstein errichtet worden ist. Zu den Verstorbenen gehörte auch Aaron A. Zacharias, >Ältester der Bergthaler Gemeinde aus Saskatchewan, deren Glieder in >Menno im Dorf Bergtal ansiedelten. Zacharias war am 5. Februar 1871 noch in Russland geboren, von wo er nach Kanada auswanderte. Die Reise nach Paraguay war schon seine zweite Umsiedlung in ein neues Land. Er starb am 10. Oktober 1927 im Alter von 56 Jahren. Martin W. >Friesen beschreibt die Situation wie folgt: Es war ein heißer Tag. In der Natur herrschte trostlose Dürre. Alles wartete auf Regen. Der sterbende Mann, Führer der Gruppe, schloss in seinem letzten Gebet auch noch die innige Bitte um Regen ein, und dass der Herr doch seine schützende Hand über die Siedler in der Wildnis ausbreiten möchte. Mit dieser Bitte auf den Lippen verschied er. Während man die Leiche aufbahrte, zog sich ein Gewitter zusammen und entlud sich auch über Palo Blanco, und ein erfrischender Regen ergoss sich über die ausgedörrte Natur. Obwohl er einen erfreuenden Zug durch die Natur brachte, konnte er die Trauer um den lieben Heimgegangenen doch nicht mildern. Der Tod hatte eine tiefe Lücke verursacht, nicht nur in der Familie, sondern auch in der Gruppe, deren Stütze und Führer der Älteste gewesen war.
Als in dem Dorf Bergtal, in dem die Bergthaler siedelten, in Menno ein Friedhof entstand, hat man 1935 die Leiche des verstorbenen Ältesten in Palo Blanco ausgegraben und dorthin überführt. Man sagt, dass der Körper noch ganz erhalten gewesen sei, aber ein neuer Sarg genommen werden musste, um Zacharias zu bestatten.
Uwe S. Friesen
Martin W. Friesen: Neue Heimat in der Chacowildnis. 2. Auflage. Asunción: Imprenta Modelo, 1997, S. 272-274.

   
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