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Plattdeutsch

Plautdietsch wird heute noch als Umgangssprache in allen >Mennonitenkolonien in Paraguay gesprochen. Über die Herkunft dieser Mundart schreibt Johann Thiessen im Jahrbuch 2007 des Vereins für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay: Dieser niederpreußische Dialekt setzte sich als Umgangssprache der Mennoniten durch und wird heute noch von den Mennoniten in vielen Teilen der Welt als Muttersprache gesprochen. Molleken schreibt dazu: Die Vorfahren der meisten russlanddeutschen Mennoniten kamen zwar ursprünglich aus den Niederlanden, Belgien und Nordwestdeutschland, sprachen aber bei der Auswanderung aus Westpreußen bereits den folgenden Dialekt der Weichsel. Obwohl ihr Dialekt in den folgenden Jahrhunderten viele Änderungen und Neuerungen erfahren hat, ist er auch heute noch deckungsgleich mit dem Dialekt ihrer ursprünglichen Heimat an der Weichsel, vor allem wie er auf der Nehrung und im Delta gesprochen wurde.
Und diese Sprache ist das Mennonitenplatt oder einfach Plautdietsch, eine Variante des Niederdeutschen.
Die Mitglieder der Mennonitenkolonien können sich alle über das Plautdietsch verständigen, obwohl bei Aussprache und Intonation geringe Abweichungen feststellbar sind. Auffallend ist, dass in das Plautdietsch der Mennoniten in Paraguay bereits viele spanische Wörter (>Hispanismen) aufgenommen worden sind. Plautdietsch und Hochdeutsch sind in den Mennonitenkolonien noch die vorherrschenden Sprachen, während bei den Mennoniten in Asunción, besonders bei der Jugend, das Spanische als Umgangssprache stark zunimmt.
Jakob Warkentin
Johann Thiessen: Plautdietsch im paraguayischen Chaco- eine Identität zwischen Anpassung und Abgrenzung. In: Jahrbuch für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay 8 (2007), S. 57ff; Kai Rohkohl: Die Plautdietsche Sprachinsel Fernheim/Chaco (Paraguay). Marburg 1993; Göz Kaufmann: Varietätendynamik in Sprachkontaktsituationen: Attitüden und Sprachverhalten russlanddeutscher Mennoniten in Mexiko und den USA. Frankfurt u. a.: Peter Lang Verlag, 1997.

   
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