Vorwort > S > Schmidt, John
Navigation

News

Schmidt, John

Dr. John Schmidt (1911 - 2003) hat die Lepraarbeit in Paraguay durch das >Hospital Mennonita Km 81 maßgeblich beeinflusst. Er verdient es, entsprechend gewürdigt zu werden. John wurde am 8. Januar 1911 auf einer Farm nördlich von Newton, Kansas, geboren. Sein Vater war ein tüchtiger mennonitischer Bauer mit plattdeutsch-russischer Tradition. Doch John blieb nicht auf der Farm. Er wurde Arzt. In dieser Funktion arbeitete er zunächst in Baltimore, weit weg von seiner mennonitischen Heimat. Dann suchte er einen Arbeitsplatz in einem mennonitischen Umfeld. Eines Morgens im Jahre 1941 erhielt er von seinem Bruder Herbert ein Telegramm mit der Mitteilung, dass das >MCC für die Mennoniten in Paraguay einen Arzt suche. Innerhalb von Minuten entschloss sich John, sich um diesen Platz zu bewerben. In einer Rekordzeit von zehn Tagen war Schmidt reisefertig. Zusammen mit Orie O. >Miller vom MCC bestieg Dr. Schmidt am 7. Juni 1941 das Schiff in New York, um nach Paraguay zu reisen. Im Juli traf er in >Filadelfia bei den Mennoniten im >Chaco ein und begann sofort mit der Arbeit. Auf Grund der bekannten gemeinsamen Speisen und der plattdeutschen Sprache fühlte sich Dr. Schmidt sofort wohl unter den russlanddeutschen Mennoniten. Andererseits waren die Zustände in der >Kolonie in jeder Hinsicht äußerst primitiv. So vieles musste auf allen Gebieten improvisiert werden. Nach etwa einem Jahr kehrte Dr. Schmidt in die USA zurück und heiratete am 25. August Clara Anne Regier, eine Krankenschwester, die nur Tage zuvor, am 20. August, ihr Diplom erhalten hatte. Am Tag nach der Hochzeit traten sie gemeinsam ihre Paraguay-Reise an. Eine Hochzeitsreise, die drei Jahre dauern sollte, und von der wir mit zwei Kindern zurückkehrten, hat Clara später humorvoll geschrieben.
Dr. Schmidt hatte in seiner Frau eine wertvolle Mitarbeiterin. Da keine Krankenschwestern zur Verfügung standen, organisierten die Schmidts zuerst eine Schwesternschule, in der sie ihr eigenes Personal selber trainierten. Ein Schreiner wurde als Anästhesist angelernt und machte in jeder Hinsicht eine zufrieden stellende Arbeit, weiß Clara zu berichten. Im Juli 1946 kehrten die Schmidts in die USA zurück in der Meinung, ihre Arbeit in Paraguay endgültig abgeschlossen zu haben.
Doch als im Jahre 1951 ein Krankenhaus-Projekt für Leprakranke in Paraguay von den Mennoniten in Angriff genommen werden sollte, waren John Schmidts und seiner Frau Claras Dienste wieder gefragt. Wir konnten dem Ruf in die Lepraarbeit nicht widerstehen, schreibt Clara. So kam das Ehepaar im September 1951 nach Paraguay, um den Aufbau der mennonitischen Lepraarbeit in Paraguay zu leiten. Dabei wurde von den Schmidts ungeheuer schwere Pionierarbeit unter großen Opfern, aber mit unbeugsamem Willen und Beharrlichkeit geleistet. Zwanzig Jahre haben die Schmidts die Arbeit geleitet und ihr Form und Richtung gegeben. Es ist auch ihr Verdienst, die ambulante Behandlungsmethode in Paraguay eingeführt zu haben. Dabei gingen sie weiter, als in der ambulanten Behandlungsmethode gefordert wird. Sie führten ein intensives Programm der mobilen Klinik ein, betreuten die Patienten durch Hausbesuche und Kontrollfahrten, eine Arbeitsmethode, die intensiv und beharrlich durchgeführt und anderen Ländern zur Nachahmung empfohlen wurde.
Weiter darf hervorgehoben werden, dass der >Christliche Dienst der Mennoniten in Paraguay in der Lepraarbeit auf Km 81 seinen Anfang nahm und von Dr. Schmidt stark gefördert wurde.
Als das Ehepaar Schmidt 1972 das Feld in Paraguay verließ, blieb ihr Herz zurück. Sie gingen für einen kurzen Diensttermin nach Vietnam. Dann kehrten sie nach Paraguay zurück und ließen sich in >Tres Palmas nieder. Von 1972 bis 1983 waren sie aktiv am Aufbau dieser mennonitischen Siedlung mitbeteiligt und leiteten das Hospital Lucero. Aushilfsweise arbeiteten sie auch immer wieder auf Km 81.
Den Schmidts wurden sechs Kinder geboren, drei Jungen und drei Mädchen. Zusätzlich haben sie einen Jungen und ein Mädchen als Pflegekinder aufgezogen.
Dr. Schmidt starb am 6. November 2003 in >Filadelfia, Chaco, wo sich das Ehepaar 2001 niedergelassen hatte.
Gerhard Ratzlaff
Maynard Shelly: “John and Clara Schmidt”. In: Cornelius J. Dyck: Something meaningful for God: The Stories of Some who served for MCC. Scottdale, Pennsylvania: Herald Press, 1981; Gerhard Ratzlaff: Hospital Mennonita Km 81: Liebe, die tätig wird. Eine Festschrift zum 50-jährigen Bestehen. Hg. Gemeindekomitee. Asunción, Paraguay, 2001, S. 128-140.

   
Login
< TOP >