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Taguá

Die wissenschaftliche Entdeckung des Chaco-Pekaris ist eine verworrene Geschichte. 1930 wurde die Art als Catagonus wagneri beschrieben, aber die Beschreibung wurde an einem Fossil durchgeführt und die Art galt als vor langer Zeit ausgestorben. Was die Wissenschaft nicht weiß, findet man aber oft als ganz allgemein Bekanntes bei den Menschen, die in einem Land siedeln und so wurden zumindest an der Natur interessierte Mennoniten in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eher vom Trubel als von der ausgesprochen lebendigen Existenz des Taguá überrascht. Für sie war es einfach nur “das große Graue”, genauso wie für die Guaraní-Indianer das Taguá.
Die ganze Aufregung hätte außerhalb der wissenschaftlichen Kreise sicherlich nicht lange angehalten, wäre nicht die Gefahr des Aussterbens hinzugekommen. In den achtziger Jahren gingen die Bestände rapide zurück. Die Ursachen waren vielfältig: steigender Jagddruck durch verbesserte Mobilität der Jäger, Habitatumwandlung in Rinderfarmen in größerem Stil und, wie sich später herausstellte, auch eine Krankheit.
Im Jahr 1985 wurde deshalb in Toledo, 35 km westlich von >Filadelfia, unter der Schirmherrschaft des San Diego Zoos aus Kalifornien das Proyecto Taguá gegründet.
Viele Jahre wurde das Projekt von Jakob & Maria Unger geleitet mit einer Unterbrechung durch ihren Umzug nach Kanada. Aber schon bald gaben sie dem Drängen des Zoos nach und kehrten zurück. Es ist nicht zu viel gesagt, dass unter ihrer Leitung das Projekt seine Blütezeit erlebte. Immer wieder zogen Studenten auf der Station ein, um die Lebensumstände der seltenen Tiere zu erforschen und der Wissenschaft und damit auch dem Artenschutz zugänglich zu machen. Die detaillierten Aufzeichnungen und Beobachtungen der Familie Unger, die ja in langer naturkundlicher Tradition steht, half auch mit zu erkennen, dass sowohl die Tiere in Toledo als auch die Taguá, die frei im >Chaco lebten, unter einer Lungenkrankheit litten, welche die Jungtiere dahinsiechen ließ. Im Jahr 2001 verließ das Ehepaar Unger Paraguay, um erneut nach Kanada zu ziehen. Kurze Zeit später zog sich auch der San Diego Zoo aus dem Projekt zurück, das nun vom Sedgwick County Zoo in Kansas unterstützt wird.
Thomas und Sabine Vinke

   
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