Unser Logo Unser Logo: Das Kreuz der Pioniere

Das Pionierkreuz wurde während der mennonitischen Chacoexpedition, die im Mai 1921 den Chaco auf Siedlungsmöglichkeiten untersuchte, auf einem der offenen Graskämpe am westlichsten Punkt an einen großen Urundey-Baum geheftet. Es sollte ein Zeichen dafür sein, dass die Landsucher einen wichtigen Meilenstein zur Urbarmachung des Chacos gesetzt hatte. Es war eine Gruppe, die sich aus Personen verschiedener Hautfarben, Kulturen und Konfessionen zusammensetzte, und deshalb auch als symbolisch für die wirtschaftliche und kulturelle Erschließung des Chaco charakteristisch gilt.

Am Freitag, dem 20. Mai 1921 wurde das Kreuz an einen Baum geheftet. Martin W. Friesen berichtet über die Delegation: Herr José Casado hatte ein Symbol aus Holz anfertigen lassen, eigens für den Zweck , um es am westlichsten Punkt, den die Expedition erreichen würde, an einen Baum zu heften. Diese Männer hatten es bei sich, und sie einigten sich, es gerade hier, wo sie jetzt waren, an einen hohen, gegabelten Urundeybaum zu heften. Es war ein Kreuz mit einer Mondsichel darüber. Dieses Symbol wurde später dort von Fernheimern entdeckt und heruntergenommen. Heute ist es in Loma Plata, im Museum, zu sehen. Die Gravierungen, die es trägt, sind heute kaum zu erkennen: "McR - CASADO – FE - CH - ME - XX - V- XXI". Die Zeichen sind wie folgt zu verstehen: "McR=McRoberts, FE=Fred Engen, CH=Carlos Hettmann, ME=Mennonitische Expedition, XX - V – XXI = 20. Mai 1921“.

Zur Bedeutung des Symbols sagte Fred Engen: Mit dem Kreuz, dem Symbol des Christentums sollte gesagt werden, dass das Zeichen für den Einzug des Christentums in diese weltvergessene Busch- und Grasöde jetzt gesetzt sei. Die Mondsichel bedeute, als zunehmender Mond (wiewohl sie umgekehrt über das obere Ende des Holzkreuzes gestülpt war), den Anfang des Einzugs der Zivilisation in dieses unwirtliche Naturgebiet.

Dieses Symbol sollte ein Zeugnis dafür sein, dass sie als Untersuchungsbeauftragte hierher gekommen waren. Mit der Erkundung dieses Gebietes glaubten sie eine wunderbare Entdeckung gemacht zu haben, denn es schien ihnen ein Gebiet zu sein, in dem es möglich sein würde, im Zeichen des Friedens auch die Entwicklung eines materiellen Wohlstandes zu erreichen.

Diese Momente, etwa 255 km vom Paraguayfluss landeinwärts unter einem großen Baum, an den man dieses vielsagende Symbol befestigt hatte, wurden zu einem historischen Ereignis, von weitgehender und weittragender Bedeutung.

Das Sonderbare an dem Kreuz, nach Martin W. Friesen: Angefertigt war es in Puerto Casado von Menschen katholischen Glaubens, mitgenommen und angeheftet wurde es von Mitgliedern der protestantischen Konfession und von Mennoniten. Grundsätzlich gehören die Mennoniten ja zum protestantischen Lager. Sie wurden aber vor einigen Jahrhunderten von den anderen Protestanten nicht weniger verfolgt als von den Katholiken. Sie wurden von beiden nicht anerkannt, sondern als eine schädliche Sekte gesehen. Jetzt aber bestand keine besondere Spannung mehr zwischen ihnen und den anderen.

Nach jener bewegten Besinnung unter dem Urundeybaum in weltverlassener Busch- und Savannenöde, machten die sechs Männer sich wieder auf und ritten zurück zu den zwei Karretten und deren Besatzung. Zusammen begaben sie sich dann zu dem übrigen Teil der Expeditionskarawane, wo auch die zwei Mennoniten schon auf ihre Kollegen warteten.

Stationen des Kreuzes: Erstellt in Puerto Casado - 1921 angeheftet an einem Urundey Baum im Chaco - 1931 gefunden von einem Fernheimer Bauer - 1934 aufbewahrt beim Mennoblatt-Drucker Nikolai Siemens – 1955 im Museum in Fernheim – 1977 im Museum in Menno.

Es erinnert daran, dass einmal Landsucher da waren, die hier das „verheißene Land“ fanden, wo man als mennonitische Volksgruppe siedeln könne, und dessen Ruf viele folgten. Dem Zeugnis dieser Expedition ist es also zu verdanken, dass im Nachhinein tausende deutschstämmige Mennoniten aus Nordamerika, Europa und Asien, angetrieben durch verschiedene Motive, einwanderten, siedelten und eine neue Heimat fanden.

Deshalb ist dieses „Pionierkreuz“ auch als Symbol für den Verein für Geschichte und Kultur der Mennontien in Paraguay angenommen worden.