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Bezirksschulen

In >Menno ist dieses die Bezeichnung für die aus mehreren Kleinschulen (Dorfschulen) eines Gebietes zusammengelegten Schulen. Die Bezirksschulen erhielten allesamt Neubauten mit moderner Ausstattung. Sie sind Eigentum der ganzen Koloniegemeinschaft. Schüler von außerhalb des Ortes, in dem die Schule steht, werden in Schülerbussen auf Gemeinschaftskosten zu den Schulen gefahren. In >Menno bestehen zur Zeit (>Loma Plata eingeschlossen) 12 Bezirksschulen. Die Bezeichnung “Bezirksschule” bezieht sich nur auf die Primarschulen, die von der Vorschule bzw. der 1. bis zur 6. Klasse geführt werden.
Die >Kolonie Menno hat aufgrund des Kinderreichtums in den ersten Jahrzehnten bis zu 45 einzelne Schulen für 80 Dörfer gehabt, manche davon mit mehreren Räumen, so dass es 1978 schon 66 Klassenräume gab. Die Geburtenrate lag zuweilen über 6 % relativ zur Einwohnerzahl. Ab 1940 setzte der allmähliche Abwärts-trend ein, der mittlerweile bis unter die 2%-Marke gelangt ist (1,73 % im Jahre 2000). Dieser Trend hatte eine stetige Abnahme der Schülerzahl in den Dörfern zur Folge, so dass Ende der 1970er Jahre die kritische Situation erreicht war, dass viele Dörfer nicht mehr die erforderliche Schülerzahl hatten, die sie zu einer eigenen Schule berechtigte. Auch die Anzahl der Familien nahm in verschiedenen Dörfern ab. Es spielten bei dieser Zentralisierung dann auch noch andere Aspekte eine Rolle, wie eine größere Effektivität des Unterrichts, bessere Ausstattungsmöglichkeiten u. a.
Die erste zentralisierte Schule wurde im Dorfe Reinland gebaut und begann im Jahre 1979 mit dem Unterricht. Die Zusammenfassung der Kleinschulen wurde Zentralisierung genannt und betraf die Dörfer Ebenfeld, Kleefeld, Kleinstädt, Halbstadt, Grünfeld, Straßberg, Osterwick und Reinland. Die Schule hatte im ersten Jahr 4 Lehrer und 117 Schüler. Im Jahre 1980 wurden die Bezirke Schöntal, Schönwiese und Lolita zentralisiert, im Jahre 1981 Lichtenau zur Hälfte und im Jahre 1982 der Bezirk Neuhof. Zwischendurch wurden Notlösungen mit Hilfe von kleinen Holzhäusern geschaffen. Dies betraf die Bezirke Weidenfeld (später Palo Blanco), Hochstadt, Buena Vista und Campo León. Im Jahre 1986 begann man wieder mit Neubauten, und zwar zuerst in Hochstadt, >Südmenno. Im Jahre 1993 hatten alle Bezirke neue Schulbauten.
In >Loma Plata verlief der Trend entgegengesetzt. Die Schülerzahl vergrößerte sich von Jahr zu Jahr. Trotz mehrfacher Erweiterungen wurde der Raummangel in der einzigen Primarschule, Pioneros genannt, immer drückender und die Erweiterung auf dem gleichen Schulgelände durch neue Bauten immer schwieriger. So schien es ratsam, die Schulen da zu errichten, wo die meisten Kinder wohnen, nämlich in den Wohngebieten. So entstanden neue Schulen: “La Selva” im Ostteil 1996, und “El Sendero” im Norden von Loma Plata im Jahre 2002.
In den anderen Kolonien war die Entwicklung ähnlich. Durch die stetig abnehmenden Schülerzahlen wurden die alten Dorfschulen aufgelöst und in zentral gelegenen Orten größere Schulen gebaut. >Fernheim hat vier Primarschulen in den Dörfern und zwei in Filadelfia, und die kleinen Kolonien Friesland, Volendam und Neuland haben nur je eine zentralisierte Schule im jeweiligen Siedlungszentrum.
Heinrich Ratzlaff, Loma Plata
Heinrich Ratzlaff: Das Schulwesen der Kolonie Menno. Vom Anfang der Siedlung bis zur Übergabe der Vereinsschule an die Kolonie. Hg. Geschichtskomitee der Kolonie Menno im Auftrage der Schulverwaltung. 1. Auflage, 2003; Heinrich Ratzlaff: Die Organisation des Primarschulwesens in der Kolonie Menno. Manuskript von 174 Seiten. Hg. Geschichtskomitee der Kolonie Menno, 2006.

   
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