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Charismatische Bewegung

Der Beginn der amerikanischen Pfingstbewegung wird auf das Jahr 1906 datiert. Hier begann sie in einer kleinen Gemeinde der Azuza Street in Los Angeles. In ganz Lateinamerika hat die Pfingstbewegung im 20. Jahrhundert stark Fuß gefasst. Die zwei größten und bekanntesten Denominationen in Paraguay sind die `Asamblea de Dios` (Assembly of God) und die `Iglesia de Dios` (Church of God). Kleinere Pfingstdenominationen sind die Gemeinden `Gracia y Gloria`, `Filadelfia´, `Iglesia del Evangelio Cuadrangular` und verschiedene brasilianische neucharismatische Gruppen. Auch die methodistischen Gemeinden, die `Alianza Misionera` und die `Comunidades Cristianas` fühlen sich der Tradition der Pfingstbewegung verbunden.
Von der so genannten charismatischen Bewegung spricht man stärker erst in den 60er Jahren. Nicht nur in Nordamerika und Europa, sondern auch in Südamerika hat diese Bewegung in fast allen historischen Kirchenverbänden, im evangelischen und auch im katholischen Bereich, Anhänger gefunden. Ihr theologisches Erscheinungsbild ist nicht einheitlich und ihre Beurteilung aus mennonitischer Sicht in Paraguay dementsprechend auch unterschiedlich.
Drei Phänomene haben die paraguayisch-mennonitischen Gemeinden, sowohl deutscher als auch spanischer Sprache, stark mit der charismatischen Frage konfrontiert: Die Fernsehprogramme und Gemeindegründungsprojekte von Jimmy Swaggart, die argentinischen charismatischen Einflüsse der `Renovación` aus Córdoba um Carlos Anacondia und Carlos Freizon und die so genannte internationale Gemeinschaft christlicher Geschäftsleute des vollen Evangeliums.
In den deutschsprachigen Gemeinden haben Wolfgang Heidenreich und andere Redner und Autoren mit charismatischem Hintergrund teilweise Interesse entfacht, besonders durch Jugendfreizeiten in Witmarsum, Brasilien.
In den 70er Jahren entstand in >Fernheim die so genannte `Geistesbewegung`, die eine stärkere Offenheit für die prophetischen und spontanen Offenbarungen des Heiligen Geistes forderte. Nach einigen Spannungen und Gemeindeausschlüssen klang diese Welle in den 80er Jahren ab. Im Jahre 1994 entstand in >Filadelfia eine neue Gemeinde unter der Leitung von Ronald und Elvira Balzer, die “Gemeinde Jesu unterwegs.” Von ihrer Zielsetzung und Entstehungsgeschichte her wird sie meist in Beziehung zur charismatischen Bewegung gebracht.
Die meisten spanisch- und deutschsprachigen mennonitischen Gemeinden sowie die indianischen Gemeindeverbände mühen sich um eine differenzierte Wertschätzung der charismatischen Bewegung nach dem Grundsatz: ‚Prüfet alles und das Gute behaltet’.
Alfred Neufeld

   
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