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Sommerfeld

Die >Kolonie Sommerfeld im östlichen Paraguay wurde im Jahre 1948 von Mennoniten aus Kanada gegründet, die dort bereits feste Wurzeln und ein gutes wirtschaftliches Fortkommen hatten. Warum verließen sie ihre Heimat? The Canadian Forum (August 1948) versuchte diesem Rätsel nachzugehen und stellte fest: Die Welt dringt immer mehr auf sie ein, und sie wollen ihre alte Tradition und Lebensweise bewahren. Konkret werden dann einige “weltliche” Dinge genannt: Moderne Kleider- und Haartracht bei den Mädchen und Frauen. Die Furcht, dass die jungen Männer das Prinzip der >Wehrlosigkeit aufgeben. Immer mehr Leute zögen in die Stadt, wo sie in Gefahr stünden, ihre althergebrachten Ordnungen und ihren Glauben zu verlieren. Wenn der Autor des genannten Artikels auch die Entscheidung der Mennoniten, Kanada zu verlassen, bedauert und nicht verstehen kann, so bestaunt er doch ihren Mut, ihre Opferbereitschaft und ihren Idealismus. So sagt er, es sei gut zu wissen, dass es noch Menschen gibt, denen Ideale mehr bedeuten als Bequemlichkeit und Geld.
Die Mennoniten, die in Sommerfeld auf einem Landkomplex von 31.428,5 Hektar siedelten, kamen aus der >Westreserve, Manitoba (764 Personen) und aus Saskatchewan (140 Personen). Im Jahr 2006 hatte die Kolonie 36.607 ha Land und außerhalb der Kolonie hatten Sommerfelder auf Privattitel nochmals über 50.000 ha. Die Einwohnerzahl lag 2008 bei 3.296, verteilt auf 541 Haushalte in 26 Dörfern. In Sommerfeld bestehen zwei Gemeinden nebeneinander: die >Sommerfelder Mennonitengemeinde mit 2.001 und die >Evangelische Mennonitengemeinde mit 695 Gliedern (nach amtlichen Angaben, Kinder jeweils eingeschlossen).
Der Anfang im unerschlossenen Urwald in Paraguay war sehr schwer. Daher ist ihr wirtschaftlicher Fortschritt umso erstaunlicher. In den ersten Jahrzehnten war ihr Haupterwerbszweig der Holzhandel, in dem Sommerfeld in Paraguay führend wurde. Einzelne Bürger erwarben für diesen Zweck zu billigen Preisen große mit Urwald bewachsene Ländereien außerhalb der Kolonie. In den letzten Jahrzehnten rückten der Weizen- und Sojaanbau in den Vordergrund. In der Kolonie gibt es acht Weizenmühlen, die gemeinsam 780.000 kg Weizen pro Tag zu Mehl verarbeiten. Neuerdings gewinnt die Milchwirtschaft und die Produktion aller Arten von Milchprodukten an Bedeutung. 210 Haushalte widmen sich vorrangig der Landwirtschaft und 285 der Milchwirtschaft. Einige produzieren auch in beiden Bereichen. In ihrer Molkerei La Holanda, die sie zusammen mit der Kolonie >Bergthal betreiben, werden täglich 240.000 Liter Milch verarbeitet. Die Produkte von Lactolanda sind von bester Qualität und werden im ganzen Land gerne gekauft.
Gerhard Ratzlaff
Sommerfeld 1948-1998: Geschichtsbildband zum 50-jährigen Bestehen der Kolonie Sommerfeld (1998). Hg. Verwaltung der Kolonie Sommerfeld. Paraguay, 1998.

   
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