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Reisanbau

Mitte der fünfziger Jahre meldeten sich Interessenten für den Reisanbau im Kolonieamt >Friesland. Sie bildeten die sog. “Reisgruppe” und erhielten das Recht, im Sumpfland (>Estero Tapiracuay) der >Kolonie Reis anzubauen. Pachtzins: 5 % vom Ertrag der Ernte. Mit den Jahren sind hier bis zu 160 ha Reis angepflanzt worden. Es war eine schwere Arbeit, das Sumpfland für die Bewässerung zu kanalisieren, aufzubrechen und zu nivellieren. Schwierig für diese Bauern war auch die Finanzierung. Die Cooperativa Agrícola Friesland (CAF) konnte den Kauf der benötigten Maschinen nicht übernehmen, denn es gab keine Kredite.
Die Reisbauern haben deshalb im ganzen Land nach alten, ausgedienten Traktoren und Mähdreschern geforscht und diese für den Einsatz wieder hergerichtet. Frieslands erster Hektar Reis ist von einer alten Oliver-Sämaschine eingesät und von einem noch älterem John Deere geerntet worden. Nach dem Erwerb des Huttererlandes im Jahre 1962, des Guana-Landes und eines Teiles des Tomacito-Landes wurde dort ebenfalls Reis angebaut. Die Anbaufläche stieg mit der Zeit auf über 300 ha (>Primavera-Landkauf).
Um den Reisanbau zu erleichtern und dem Rohreis durch Verarbeitung einen Mehrwert zu geben, half die CAF durch die Aufstellung einer kleinen Reismühle und übernahm auch die Vermarktung der Reisproduktion. Absatzgebiete waren die nähere Umgebung Frieslands und die Kolonien im Chaco, besonders Menno und Fernheim.
Der Reisanbau kann eine sehr gesunde Einnahme ermöglichen, wenn man aufgrund der natürlichen Gegebenheiten Saat, Bewässerung und Ernte regulieren kann. Ohne eine entsprechende Finanzierung geht dies aber nicht, und die Reisbauern haben sich leider stets mit zu wenig Geld großen Herausforderungen stellen müssen. Sie blieben am Leben, reich sind sie nie geworden.
Nach 1970 wurde der Reisanbau nicht mehr gefördert und er wurde schließlich aufgegeben.
Zu den langjährigen Pionieren im Reisanbau gehören oder gehörten Gerhard Bergmann, Peter Derksen, Hans Dyck, Erwin Friesen, Gerhard Gerbrandt, Nicolai Isaak, Peter Nickel, Johann Unger, Kornelius Wiebe und Heinrich Siebert und Gerhard Wiens.
Ab dem Jahre 2003 fangen einzelne Bauern langsam wieder mit dem Reisanbau an und erhalten mit den neuen Sorten bis zu 6.000 kg pro Hektar.
Alfred Fast sen.

   
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